Stimmen zur Täterin

Nach Kidnapping in Salzburg: “Sie wird endlich behandelt!”

Tirol
11.06.2010 09:15
Der Tag nach der Salzburger Kindesentführung im Wohnort der mutmaßlichen Täterin im Unterland: Nichts deutet darauf hin, dass viele Mitbürger tief erschüttert über die Tat sind. Gekannt haben die Verdächtige alle - aber kaum jemand hatte engen Kontakt mit ihr. Die Gefühle schwanken zwischen Mitleid und Verurteilung.

"Es ist eine überaus tragische Geschichte für alle Beteiligten, aber glücklicherweise ist es gut ausgegangen", ist der Bürgermeister erleichtert über das positive Ende der Kindesentführung.

Die Babyentführung in Salzburg war bereits der zweite Versuch der Unterländerin, ein Kind zu kidnappen. Einen Bericht dazu gibt's in der Infobox!

Auch ihm war bekannt, dass es sich bei der mutmaßlichen Täterin um eine etwas eigentümliche Mitbürgerin handelt: "Ich habe sie, wie fast alle Bürger, persönlich gekannt. Natürlich auch die Erzählungen gehört, dass sie mit einem Kinderwagen unterwegs war. Ihr extremer Wunsch nach einem Kind dürfte eine Spirale ausgelöst haben, die zu dieser Tragödie geführt hat. Ich hoffe nur, dass sie jetzt diese Behandlung bekommt, die sie braucht und möglichst rasch wieder Ruhe im Ort einkehrt."

Widerspruch: zwischen fleißiger Arbeiterin und psychisch krank
Als ziemlich widersprüchlichen Menschen schildert der Tourismusverband-Obmann im Ort seine ehemalige Mitarbeiterin: "Sie war acht Jahre in unserem Büro beschäftigt. Dabei erwies sie sich als äußerst engagiert und fleißig und kam auch bei allen Kunden hervorragend an."

Die Mitarbeit fand aber ein abruptes und unerfreuliches Ende. "Wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten mussten wir sie schließlich aber doch entlassen. Sie hat aber den gesamten Schaden vollständig ersetzt."

Wenig beeindruckt vom Geschehen zeigen sich zwei Männer am Stammtisch ihres Gasthauses im Ortszentrum: "Ja, ja, das ist eine tragische Sache. Die Frau ist sicher krank."

Konsterniert über die Entführung ist dagegen 16-jährige Kellnerin: "Ich kann das überhaupt nicht verstehen."

Wie der Bürgermeister denkt auch ein enger Freund der Eltern der mutmaßlichen Täterin: "Das Mädchen hat der Familie schon lange riesige Sorgen bereitet. Wir haben uns gewundert, dass sie kürzlich aus einer psychiatrischen Behandlung entlassen wurde. Die wird sie jetzt aber hoffentlich wieder bekommen."

Die völlig verzweifelten Eltern werden derzeit vom Kriseninterventionsteam betreut.

von Werner Kriess, Tiroler Krone

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
11.06.2010 09:15
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung