11.11.2019 14:06 |

Eskalation in Hongkong

Schüsse auf Demonstranten: Massive Ausschreitungen

Der erneute Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten hat die Lage in Hongkong weiter eskalieren lassen. Wie am Montag in einem Facebook-Video zu sehen war, schoss ein Polizist einem Aktivisten in die Brust (siehe oben). Der Übergriff löste erneut schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften aus. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen Tausende Menschen ein.

In dem Video war zu sehen, wie ein Polizeibeamter seine Waffe zieht und versucht, einen Mann an einer zuvor von Demonstranten blockierten Straßenkreuzung festzunehmen. Als sich ein anderer Demonstrant nähert, schießt der Polizist ihm in die Brust. Sekunden später gibt der Polizist zwei weitere Schüsse ab und ein weiterer Demonstrant geht zu Boden.

Anschließend war zu sehen, wie Beamte die beiden Männer abtransportierten. Das erste Opfer lag in einer Blutlache, der zweite Mann war bei Bewusstsein, als Polizisten ihm Handschellen anlegten.

Schon zum dritten Mal scharfe Munition eingesetzt
Die Hongkonger Polizei bestätigte den Einsatz von scharfer Munition gegen einen Demonstranten. Ein Krankenhaus meldete die Einlieferung eines 21-jährigen Mannes mit einer Schussverletzung. Es war bereits das dritte Mal, dass Hongkonger Polizisten während der seit Monaten andauernden Proteste scharfe Munition gegen Demonstranten einsetzten.

Der Vorfall löste am Montag erneut massive Proteste und Ausschreitungen aus. Um die Mittagszeit demonstrierten Tausende Menschen in mehreren Vierteln der Stadt, blockierten Straßen, beschädigten Geschäfte sowie Bahnstationen und konfrontierten die Einsatzkräfte mit „Mörder“-Rufen. An zahlreichen Orten setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein, unter anderem auf Universitätsgeländen sowie in Vierteln nahe des Hongkonger Hafens.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen den wachsenden Einfluss Pekings. Ausgelöst wurden sie durch ein Gesetzesvorhaben, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen fordern die Demonstranten die Absetzung der pekingtreuen Führung in der Finanzmetropole und freie Wahlen.

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