Spannungen im Harem

Züricher Zoo musste zehn Dscheladas einschläfern

Ausland
09.03.2026 11:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Züricher Zoo mussten zehn Dscheladas eingeschläfert werden, nachdem ihr Clan zu groß geworden war. Im Harem waren Stress und soziale Spannungen entstanden, wie die Leitung des Tiergartens den „schmerzhaften, aber nötigen Schritt“, erklärte.

Die Tiere unterschiedlichen Alters wurden vergangene Woche aus ihrem Clan genommen und getötet, wie der Zoo am Montag mitteilte. Im Gehege ist es seither merklich stiller geworden.

Spannungen statt Harmonie im Harem
Dscheladas sind sehr soziale Tiere. Ihr Leben ist geprägt von komplexen Hierarchien und einem tiefen Zusammenhalt innerhalb ihrer Harems. Doch genau diese Vitalität wurde ihnen zum Verhängnis. Der Clan im Zoo Zürich war auf 48 Individuen angewachsen – eine Größe, die in der begrenzten Welt hinter den Zäunen zu Spannungen führte. Wo früher Harmonie herrschte, gab es zuletzt immer öfter heftige Auseinandersetzungen. Die Gruppendynamik kippte, der Stress für das einzelne Tier wurde zur Dauerbelastung.

Kein neues Zuhause zu finden
Der Zoo stand vor einer schwierigen Aufgabe. „Artenmanagement“ nennt sich das fachsprachlich, doch dahinter verbirgt sich ein Dilemma. Der Zoo suchte nach einem neuen Zuhause für die Affen in anderen europäischen Zoos. Die Türen blieben jedoch geschlossen. Während im Herbst noch sechs Tiere umziehen konnten, fand sich für die nun getöteten zehn Dscheladas kein einziger Platz.

Tiere betäubt und sanft eingeschläfert
Nach reiflicher Überlegung wählte der Zoo jene Affen aus, die für das langfristige Überleben der gesamten Population am wenigsten „entscheidend“ waren – eine kühle Rechnung. Die Tiere wurden betäubt und sanft eingeschläfert. Ihr Tod soll jedoch nicht ganz umsonst gewesen sein: Ihre Körper wurden der Forschung übergeben, damit Wissenschafter mehr über diese bedrohte Art aus dem äthiopischen Hochland lernen können.

Laut dem Zoo sind solche Tötungen im Artenmanagement manchmal unumgänglich. Um die Art als Ganzes zu retten und gesunde Bestände zu sichern, müsse manchmal das Leben Einzelner geopfert werden.

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