18.10.2019 06:00 |

Nintendo-Game im Test

„Ring Fit Adventure“: Ein Ring, sie zu knechten

Ein Besuch bei Nintendo Österreich - es gibt kaum Pressetermine, die entspannter sind. In der Regel darf bei Kaffee und Kuchen gemütlich auf der Couch sitzend den neuesten Games gefrönt werden. Doch diesmal ist alles anders: Die Sitzgelegenheit ist weg, nur Smoothies und ein zuckerarmer Energyriegel werden gereicht. Statt entspanntem Plausch steht Fitness auf dem Programm. Der Grund: „Ring Fit Adventure“, das an diesem Freitag für die Switch erscheint. krone.at hat das Fitness-Game vorab getestet.

Alle reden von eSport - und meinen doch nur Bewegungen der Hände. Nintendo dagegen setzt auf Ganzkörpertraining und eine Kombination aus Sport und Spiel, um bei sonst vielleicht eher trägen Gamern die Lust an der Bewegung zu wecken. Das Rezept, diese mittels Zubehör ins Spiel zu übertragen, ist spätestens seit 2008 bekannt, als die Japaner „Wii Fit“ samt dazugehörigem Balance Board auf den Markt brachten. „Ring Fit Adventure“ steht ganz in der Tradition des Fitness-Games, rückt im Gegensatz zu diesem jedoch das Spielerische in den Vordergrund.

Ein Ring, zu drücken und zu ziehen
Dass „Ring Fit Adventure“ dennoch schweißtreibender als sein Vorgänger ist, ist dem namensgebenden Zubehör zu verdanken: dem Ring-con, einem flexiblen Hartplastikring, der sich mittels Muskelkraft zusammendrücken oder auseinanderziehen lässt. In ihn wird einer der Switch-Controller gesteckt, der andere wandert in den ebenfalls beiliegenden Beingurt, sodass sich fortan - den integrierten Sensoren sei Dank - unabhängig voneinander Bewegungen des Unter- und des Oberkörpers messen lassen.

In der Praxis sieht das folgendermaßen aus: Durch Joggen auf der Stelle bewegt sich die Spielfigur am Bildschirm durch mehr als 100 Level in über 20 Welten, die der Abenteuermodus bereithält. Je schneller die Beine gehoben werden, umso schneller rennt sie auch. Wer Probleme mit den Nachbarn unter sich hat oder einfach nur gehfaul ist, kann das tatsächliche Joggen auf der Stelle praktischerweise im sogenannten leisen Modus automatisch durch geräuschärmere Bewegungen ohne Trappeln ersetzen.

Aggressive Yoga-Matten und Kugelhanteln
Mithilfe des Rings lässt sich während des Joggens der virtuelle Oberkörper ausrichten, um diverse Objekte wie Kisten oder Münzen einzusaugen bzw. abzuschießen. Zudem ermöglicht er das Springen oder Gleiten über Hindernisse sowie Aktionen wie Rudern. Wirklich zum Einsatz kommt der Ring aber erst in den rundenbasierten Kämpfen gegen böse Yoga-Matten, Kugelhanteln und andere kuriose Gegner. Um Angriffe gegen diese auszuführen, müssen nämlich Fitness-Übungen absolviert werden. Über 60 davon gibt es, sie trainieren verschiedenste Muskelgruppen und ermöglichen damit ein abwechslungsreiches Workout.

Dafür sorgt auch der Umstand, dass nicht jede Übung/Attacke gegen jeden Feind gleichermaßen wirksam ist. Ein Farbsystem gibt Auskunft darüber, welches Monster am besten mit welchen Übungen attackiert werden sollte. Wer es sich absichtlich schwermachen und härter trainieren möchte, pfeift darauf und wählt einfach die gerade bevorzugte Übung. Wer es dagegen weniger anstrengend möchte, kann - ganz Rollenspiel - auf Tränke zurückgreifen, um sich einen kurzzeitigen Angriffsvorteil zu verschaffen.

Die Tränke selbst sowie neue Outfits für die Spielfigur, mit der sich die Charakterwerte verbessern lassen, können im Shop gegen die gesammelten Münzen eingetauscht werden.

Für jedes Leistungsniveau
Generell gilt jedoch: Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Mehrere Fragen zum persönlichen Leistungsniveau im Vorfeld des Spiels stellen deshalb sicher, dass jeder - vom Couch-Potato bis zum Fitness-Freak - mit „Ring Fit Adventure“ auf seine Kosten kommt und nicht aufgrund von Überanstrengung frustriert den Trainings-Ring in die Ecke schmeißt.


Abseits der Kampagne bieten zwölf Minispiele weitere Möglichkeiten, sich auszupowern. Wer möchte, kann sich zudem seinen ganz individuellen Trainingsplan mit der bevorzugten Anzahl an Wiederholungen zusammenstellen. Zu guter Letzt kann im sogenannten Multitask-Modus sogar ganz ohne Spiel trainiert werden. Der Joy-con zählt dann einfach, wie oft der Ring zusammengepresst wird - etwa beim Fernschauen auf der Couch. Das ist dann immerhin nicht mehr ganz so anstrengend.

Fazit: Wir hatten nur etwas mehr als eine Stunde Zeit, sämtliche Aspekte des Spiels kennenzulernen - angesichts des umfangreichen Übungsangebots definitiv zu wenig, aber genug, um ordentlich ins Schwitzen zu geraten. Obwohl die Arme am Ende schwer waren, hat es Spaß gemacht, sich in das „Ring Fit Adventure“ zu stürzen. Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, könnte das Game somit einen wichtigen Anreiz liefern, sich aufzuraffen und für Bewegung zu motivieren.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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