15.09.2019 06:00 |

Weil es billiger ist

„Leichentourismus“: 185 Kilometer ins Krematorium

Große Aufregung um die letzte Ruhe: Sammeltransporte von Verstorbenen durch Österreich zu Krematorien sorgen derzeit für Wirbel, vor allem in der Steiermark. In Bestatterkreisen ist von Preisdumping und Leichentourismus die Rede. Andere sehen Vorteile für ihre Kunden.

Für Verstorbene, vor allem in der Steiermark, dauert der letzte Weg etwas länger: Per Sammeltransport werden Tote bis zu 185 Kilometer weit in ein privates Krematorium nach Oberösterreich gebracht. Und das, obwohl die nächsten Feuerhallen Knittelfeld und Graz nur 45 beziehungsweise 65 Kilometer entfernt wären.

Wie es in der Branche heißt, würden den Bestattern für den Umweg besondere Boni geboten. Kritik an dem Vorgehen kommt vor allem aus Kärnten. Bestatter sprechen von Preiskämpfen, Qualitätsverlust und von einem Leichentourismus auf Kosten der Pietät.

„Es ist halt preislich viel billiger“
Für Ärger sorgen die Praktiken der mittlerweile acht kommunalen Bestatter auch in steirischen Krematorien, die sich ausgebremst fühlen. Thomas Lais, Leiter der kommunalen Bestattung Trofaiach, argumentiert die weiten Umwege zum privaten Krematorium mit Preisvorteilen: „Wir erklären den Hinterbliebenen das mit den Sammeltransporten. Es ist halt preislich viel billiger.“

Um die Qualität bei der Bestattung geht es den Vertretern der Bundesinnung. Sprecher Rainer Wernhart betont: „Die Pietät darf in diesem Wettbewerb nicht auf der Strecke bleiben.“

Thomas Leitner
Thomas Leitner
Monika Krisper
Monika Krisper
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