13.09.2019 19:59 |

„Langweiligste Wahl“

Polit-Experte: ÖVP weit voran, Grüne zweistellig

Zwei Wochen noch - dann wird ein neuer Nationalrat gewählt. Die bisherigen Umfragen lassen ein ungefähres Ergebnis bereits vermuten. krone.at hat den Polit-Experten und Meinungsforscher Christoph Haselmayer ins Studio eingeladen, um mit ihm über die aktuelle Situation zu sprechen. Neben den neuesten Zahlen lieferte Haselmayer auch Antworten zum Wahlverhalten der Bürger und auf die Frage, warum die jüngsten ÖVP-Skandale für Parteichef Sebastian Kurz „maximal Nadelstiche“ sind. Das ganze Interview sehen Sie wie immer oben.

„Es ist wohl die langweiligste Nationalratswahl aller Zeiten, da sich erstmals seit 2002 die Kanzlerfrage nicht stellt“, so Haselmayer, der einen Sieg der ÖVP und Sebastian Kurz erwartet.

ÖVP vor SPÖ, FPÖ stabil, Grüne zweistellig
Die aktuellen Zahlen sehen folgendermaßen aus: Die Volkspartei steht im Moment bei rund 35 Prozent, die SPÖ schwankt zwischen 21 und 23 Prozent, die Freiheitlichen liegen stabil bei 20 Prozent, die Grünen würden zum heutigen Tag elf bis zwölf Prozent der Wählerstimmen bekommen und auch NEOS wären mit acht bis neun Prozent im Nationalrat vertreten. Auch wenn der Aufstieg der ÖVP, die im Sommer noch teilweise bei 37 Prozent lag, etwas gebremst wurde, steht für den Experten fest: „Das wird der höchste Abstand zwischen dem Ersten und Zweiten seit Beginn der Zweiten Republik.“

Die Liste JETZT kommt aus ihrem Umfrage-Tief nicht heraus. Haselmayer sieht die Partei von Peter Pilz bei ein bis zwei Prozent und daher nicht im zukünftigen Nationalrat. So haben die vielen Parteiaustritte kein gutes Bild beim Wähler hinterlassen, hinzu komme die fehlende Motivation der Wähler, eine Partei zu wählen, die mit ziemlicher Sicherheit ohnehin nicht im Nationalrat vertreten sein wird.

Spenden-Affäre für ÖVP „maximal Nadelstiche“
Die jüngsten Ereignisse rund um die ÖVP dürften auf das Wählerverhalten kaum Auswirkungen haben: „Das sind für die Volkspartei maximal Nadelstiche, die Sache mit den Parteispenden ist nichts Neues für den Wähler, Postenvergaben innerhalb der Partei ebenso. Bei E-Mails und Co. können sich die Leute eher wenig darunter vorstellen, einer breiten Öffentlichkeit ist das vollkommen egal.“

Türkis-Rot „nicht vom Tisch zu wischen“
Die laut den Umfragen beliebteste Koalition wäre eine Neuauflage von Türkis-Blau, dicht gefolgt von einer Links-Regierung bestehend aus Rot, Grün und NEOS. Am wenigsten würden sich die Wähler eine Koalition aus Türkis und Rot wünschen. Rechnerisch und realistisch umzusetzen wären zum jetzigen Stand jedoch nur Türkis-Blau und Türkis-Rot. Letztgenannte Variante ist für Haselmayer nach den jüngsten Forderungen der ÖVP an die FPÖ „nicht vom Tisch zu wischen“. Fest steht für den Meinungsforscher jedenfalls: „Sebastian Kurz wird es sich aussuchen können.“

Markus Steurer
Markus Steurer
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