15.08.2019 18:24 |

Kritiker rechnen vor:

Thunbergs Atlantik-Segeltörn schädlicher als Flug

Nach ihrer ersten Nacht auf dem Atlantik ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wohlauf. „100 Seemeilen westlich von Kap Finisterre. Eine sehr unruhige Nacht, aber ich habe überraschend gut geschlafen“, schrieb die 16-Jährige am Donnerstag auf Twitter. Thunberg verursacht durch ihren Segeltörn von Großbritannien in die USA allerdings mehr Treibhausgasausstoß, als wenn sie geflogen wäre, wie nun in einem Bericht der deutschen „taz“ vorgerechnet wird. Demnach löse die Segelreise rein rechnerisch mindestens sechs klimaschädliche Flugreisen über den Atlantik aus. Um zurück nach Europa zu kommen, könnte die 16-Jährige indessen möglicherweise auf einem Containerschiff mitfahren.

Wie die Live-Ortung des Spezialbootes zeigte, hatte die Hochseejacht Malizia II auf dem Weg nach New York bis Donnerstagnachmittag rund 240 Seemeilen zurückgelegt. Einige Delfine seien in der Nacht aufgetaucht und neben dem Boot geschwommen.

„Die Nacht war bewegt und rau, aber fast alle haben etwas schlafen können“, schrieb Profisegler Boris Herrmann auf Twitter. Es gehe jetzt darum, sich an Bord zu organisieren. Alles laufe in Zeitlupe. Die Stimmung an Bord sei gut, sagte Andreas Kling, Hermanns Sprecher, der dpa.

Rennjacht wird New York in circa zwei Wochen erreichen
Greta sei am Abend früh ins Bett gegangen, seekrank sei sie nicht. Zu essen gebe es an Bord derzeit noch frische Lebensmittel - „die richtige Astronautennahrung, die gefriergetrocknete, die gibt es am dritten Tag spätestens“, sagte Kling. Die Rennjacht werde New York in etwa zwei Wochen, am 28. oder 29. August, erreichen.

Thunberg war am Mittwoch vom südenglischen Plymouth aus zu ihrem angekündigten Transatlantik-Törn aufgebrochen (siehe auch Video unten). Sie vermeidet Flugreisen, weil dabei viele klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt werden. Mit an Bord sind die Profisegler Herrmann und Pierre Casiraghi sowie Gretas Vater Svante und ein Filmemacher.

Segeltörn schädlicher als Flug
Wie die Tageszeitung „taz“ am Donnerstag berichtete, ist der Segeltörn der Klimaaktivistin jedoch weniger klimafreundlich als es den Anschein macht. Denn nach der Ankunft in New York werde die Jacht von etwa fünf Seglern wieder zurück nach Europa gebracht. Diese müssten dafür zunächst in die USA fliegen.

Auch Thunbergs Skipper werde die Rückreise aus den USA mit dem Flugzeug antreten. Der Segeltörn löse also sechs Flugreisen über den Atlantik aus - wären Thunberg und ihr Vater geflogen, wären es weniger gewesen. Der Emissionsrechner der Organisation Atmosfair berechne für einen Flug von New York nach Hamburg einen Ausstoß von rund 1800 Kilogramm Kohlendioxid.

Man will Aufmerksamkeit erregen
Diese Rechnung sei den Seglern bekannt, sagte Kling der dpa. Es gehe aber nicht darum, mit der Aktion allein das Klima zu retten, sondern man wolle Aufmerksamkeit erregen. „Wir müssen einfach alle darüber nachdenken, ob wir einfach einmal weniger fliegen“, so Kling. Darum gehe es auch Thunberg.

Wie sie selbst nach Abschluss ihrer Reise nach Europa zurückkehrt, sei noch offen. Es sei nicht auszuschließen, dass sie erneut mit dem Segelboot fahre - je nachdem, wie es ihr auf der Atlantiküberquerung ergehe. „Viele von uns eingefleischten Seglern haben so etwas noch nie gemacht und sie ist ja keine Seglerin“, sagte Kling.

Auf die Frage, ob es nicht klimafreundlicher gewesen wäre, wenn Thunberg auf einem Containerschiff mitgefahren wäre, antwortete Kling: „Das ist ein Gedanke, der tatsächlich für die Rückkehr nach Europa geprüft wird.“

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