14.08.2019 16:47 |

„Kreativ sein“

Nächster Halt USA: Thunberg startete Atlantikreise

Die große Reise über den Atlantik hat begonnen: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist am Mittwochnachmittag von Großbritannien aus in Richtung New York in See gestochen. Gemeinsam mit den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi legte die 16-Jährige mit der emissionsfreien Hochseejacht Malizia II im englischen Plymouth ab. Die Schwedin möchte mit der Reise ihren Kampf für einen beherzteren Einsatz der Politik gegen die Klimakrise und die Erderhitzung auf der anderen Seite des Ozeans auf eine neue Ebene heben.

Die Klimaaktivistin hält Kreativität für ihr Erfolgsrezept. „Am Anfang hat man meine Stimme nicht gehört. Ich habe es weiter versucht, bis ich meinen Weg gefunden hatte, damit man mir zuhört. Man muss kreativ sein“, sagte die 16-Jährige zu Journalisten und Schaulustigen, kurz bevor sie an Bord ging.

Reise dürfte zwei Wochen dauern
Die beiden Profisegler Boris Herrmann und Pierre Casiraghi wollen die 16-Jährige mit dem Spezialboot Malizia über den Atlantik bringen. An Bord befinden sich auch Thunbergs Vater Svante und ein Filmemacher, der eine Dokumentation plant. Die Reise über den Ozean dürfte rund zwei Wochen dauern.

Thunberg wird im September am UN-Klimagipfel teilnehmen
Thunberg schippert nicht aus Jux und Tollerei über den Atlantik: Im September will sie unter anderem am UN-Klimagipfel vieler Staats- und Regierungschefs in New York teilnehmen, im Dezember steht dann in Chile die alljährliche Weltklimakonferenz an. Rund um diese beiden zentralen Termine will sie an Klimaprotesten teilnehmen, Betroffene der Klimakrise sowie andere Aktivisten und Entscheidungsträger treffen. Auch Besuche in Kanada und Mexiko sind vorgesehen.

Klimaaktivistin fliegt grundsätzlich nicht
Thunberg fliegt grundsätzlich nicht, weil Flugzeuge immense Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen ausstoßen. Deshalb hatte sie länger nach einer klimaschonenderen Alternative für die Reise nach Amerika Ausschau gehalten. Ende Juli hatte sie dann bekannt gegeben, mit der Malizia über den Atlantik reisen zu wollen. Das Boot ist mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen ausgestattet, mit denen die für Navigation und Kommunikation erforderliche Energie erzeugt wird. Komfort gibt es dagegen kaum an Bord der Malizia: Das Boot ist für Hochseerennen ausgestattet. Unter Deck ist gerade genug Raum für zwei Rohrkojen.

Protestaktion startete vor einem Jahr
Der Start der Reise fällt fast genau auf den Jahrestag des Beginns von Thunbergs Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine ehrgeizigere Klimaschutzpolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern. Aus der Protestaktion hat sich die internationale Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ entwickelt, Abertausende vor allem junge Menschen protestieren seit Monaten regelmäßig freitags für mehr Klimaschutz.

Thunberg geht es darum, die weltweiten Treibhausgasemissionen rapide zu senken, damit der Anstieg der globalen Erdtemperatur noch auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann. Bis heute hat sich die Temperatur um knapp ein Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöht. Die Welt müsse auf die Wissenschaft hören und dementsprechend im Kampf gegen die Klimakrise handeln, fordert sie.

Britisches Männermagazin zeichnet Thunberg aus
Unterdessen bekommt Thunberg eine neue Auszeichnung: Das britische Männermagazin „GQ“ ernannte sie zum „Game Changer of the Year“. Den Titel kreierte das Magazin extra für die Schwedin. Das Titelcover mit ihr im schwarzen Anzug (siehe unten) wird in der Oktoberausgabe erscheinen.

Auf der Jacke steht in weißer Farbe geschrieben: „Can you hear me?“ Damit ist die Botschaft klar: Wer zuhört, fragt sie mit ausgestrecktem Zeigefinger. Laut „GQ“ sei Thunberg „wegweisend für eine umweltfreundliche Zukunft“.

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