Mo, 15. Juli 2019
08.07.2019 16:02

Aufregung um Karikatur

Wursthunger: JETZT zeigt NEOS-Chefin als Hündin

Weiter Aufregung um die Wurst bzw. die Parteifinanzen: Diesmal sorgt JETZT in der Debatte mit einer Karikatur für Empörung bei den NEOS. Der Cartoon zeigt Parteichefin Beate Meinl-Reisinger herabwürdigend als Hündin, die nach einer Wurst schnappt, die ihr NEOS-Förderer und Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hinhält. Bei JETZT wies man die Kritik an der Karikatur als „Zensurversuch“ zurück, Listengründer Peter Pilz selbst sprach von „Wurstschlusspanik“ bei den NEOS.

Der Vergleich von Menschen mit Tieren hatte zuletzt politisch für große Empörung gesorgt, als der ehemalige FPÖ-Vizebürgermeister von Braunau in einem Gedicht unter dem Titel „Die Stadtratte“ unter anderem Migranten mit den Nagetieren verglichen hatte. Die fragwürdige Zeichnung von Meinl-Reisinger als Hund wurde jetzt im JETZT-Onlinemagazin zackzack.at publiziert.

NEOS-General: „Frauenfeindlich und respektlos“
NEOS-Generalsekretär Nick Donig zeigte sich „fassungslos über den frauenfeindlichen und respektlosen Cartoon“. „Das ist sogar noch unter FPÖ-Niveau und zeigt, der alte weiße Mann Peter Pilz hat auch im Abgang nichts gelernt. Weder was den Umgang mit Frauen noch was eine anständige politische Debatte betrifft“, so Donig in Anspielung auf die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Peter Pilz.

Nun sei auch klar, warum das durch das Parlament gepeitschte Parteifinanzierungsgesetz von JETZT, FPÖ und SPÖ so grottenschlecht sei. „Wer mit Schaum vor dem Mund Gesetze schreibt, trägt nichts zur Transparenz bei, sondern vergiftet die Stimmung“, so Donig. JETZT bzw. deren Onlinemagazin zackzack.at wies die Kritik an der Karikatur umgehend als Zensurversuch zurück. Donig habe JETZT-Chefin Maria Stern angerufen, um sie zur Löschung der Karikatur aufzurufen, ließ das Magazin wissen.

Zuletzt hatte sich Peter Filzmaier unter der Frage „Würden Sie einen Hund auf die Wurst aufpassen lassen?“ in der „Krone“ ausgiebig mit dem Thema Parteienfinanzierung befasst. Fazit des Experten: Das Verhältnis von Parteien und Geld ist eine undurchsichtige Sache. Böse Zungen könnten sogar sagen, es werde einem übel.

NEOS erhielten 300.000 Euro von Haselsteiner
Abseits der Empörung um die JETZT-Karikatur haben die NEOS am Montag übrigens kurz vor dem Inkrafttreten der Spendendeckelung noch eine Großspende erhalten. NEOS-Förderer und Unternehmer Hans Peter Haselsteiner überwies der Partei 300.000 Euro. Das gab der Rechnungshof auf seiner Homepage bekannt. Die aktuelle Spende eingerechnet, ließ Haselsteiner den NEOS seit ihrer Gründung bereits gut zwei Millionen Euro zukommen.

Pilz: „Werden die pinke Extrawurst-Route schließen“
Wenig überraschend sah man sich bei JETZT angesichts der Großspende in seiner Kritik bestätigt. „Eine 300.000-Euro-Geheimspende des Bauindustriellen Haselsteiner ist auf der NEOS-Homepage verschwiegen und jetzt vom Rechnungshof veröffentlicht worden - unsere Karikatur wird schon nach wenigen Stunden von der Wirklichkeit übertroffen“, stellte dazu Peter Pilz fest.

Pilz bleibt dabei: „Spender in ‚fördernde Mitglieder‘ umtaufen, einen Tag vor Inkrafttreten der Spendendeckelung statt 7500 Euro noch 300.000 Euro von Haselsteiner kassieren, heute die Haselsteiner-Spende an den Rechnungshof melden und dann noch für eine Karikatur, die das zeigt, Zensur verlangen - das ist weder transparent noch ehrlich.“ Bei den NEOS herrsche offensichtlich „Wurstschlusspanik“, aber alle pinken Tricks würden nichts nützen: „Wir werden auch die pinke Extrawurst-Route schließen“, so Pilz.

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