06.07.2019 09:49 |

Neue Details

Unglück am Goldeck: Heer bestreitet Tiefflug

Das tragische Unglück bei der Goldeck-Bergbahn in Kärnten vom 2. April dieses Jahres, bei dem ein Mitarbeiter ums Leben kam, bleibt rätselhaft. Nachdem ein Heeres-Flugzeug als Auslöser unter Verdacht geraten war, bestreitet jetzt das Militär einen Tiefflug der Maschine. Ein Heerespilot und ein Luftfahrt-Experte nehmen Stellung.

Die Bergbahn-Mitarbeiter hatten für Wartungsarbeiten das schwere Stahlseil gelockert, als dieses just aus der Führung sprang und einen der Arbeiter tötete. Wie berichtet, ist nun ein Übungsflug des Heeres als mögliche Ursache in den Fokus gerückt. Wie Augenzeugen detailliert berichten, sei in zeitlicher Nähe des Unglücks eine Transportmaschine C-130 „Hercules“ im Tiefflug die Bahn entlang geflogen und habe das Seil nicht, wie erst beschrieben, gequert.

Dann habe der Pilot hochgezogen. Durch die auftretenden Luftverwirbelungen könnte das Seil dann aus der Führung gesprungen sein, heißt es. Heeressprecherin Anna-Maria Roth dementiert jetzt allerdings: „Es hat keinen Tiefflug gegeben.“

Welche Kräfte durch sogenannte Wirbelschleppen wirken können, wurde erst Ende Mai deutlich, als am Flughafen Dubai ein Flugzeug in die Wirbelschleppen eines landenden Airbus A350 geraten war und abstürzte: vier Tote. Frank Holzäpfel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) forscht an dem Phänomen und hat einen ähnlichen Fall mit einer Antonov untersucht. Hier das Video dazu:

„Es können hohe Windgeschwindigkeiten wirken. Dass diese Kräfte ein schweres Stahlseil aus der Führung springen lassen, würde mich aber wundern.“ Gibt es genaue Daten, ließe sich das aber berechnen. Skeptisch ist auch der ehemalige Kärntner Heeres-Pilot Dieter Szolar: „Ich kenne die Details nicht, halte das aber für unmöglich.“

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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