So, 16. Juni 2019
05.06.2019 16:38

Ab sofort zu bestellen

Endlich alle Daten zu Mazdas Selbstzünder-Benziner

Mazda hat endlich die endgültigen Leistungsdaten für den wohl spannendsten aktuellen Motor überhaupt bekannt gegeben. Der Skyactiv-X-Vierzylinder ist der erste Serien-Benzinmotor, der mit Kompressionszündung arbeitet, ähnlich wie ein Diesel - und er ist ab sofort bestellbar. Ab Oktober werden wir die ersten Exemplare an Kunden ausgeliefert.

Eingesetzt wird er zunächst im neuen Mazda3, für den man ihn ab sofort bestellen kann, dann auch im CX-30. Das Triebwerk soll die Vorteile von Benzin- und Dieselmotoren auf sich vereinen, ohne die Nachteile zu übernehmen. Das heißt: Spritzigkeit und Drehfreude auf der einen, Effizienz bzw. Sparsamkeit auf der anderen Seite. Standard beim Skyactiv-X180 ist ein 24-Volt-Mildhybrid-System, dessen Elektromotor zusätzlich beim Spritsparen helfen soll.

Als Maximalleistung geben die Japaner für das Zweiliter-Triebwerk 180 PS bei 6000/min. an, das maximale Drehmoment beträgt 224 Nm bei 3000/min. Die sparsamste Version (Hatchback mit manuellem Sechsganggetriebe und 16-Zoll-Rädern) kommt auf einen NEFZ-Verbrauch von nur 4,3 l/100 km (WLTP: 5,4 l/100 km).

Die Preise für den Mazda3 Skyactiv-X180: ab 26.990 Euro für den Fronttriebler, ab 28.990 Euro für den Allradler.

Das Geheimnis des Benzin-Selbstzünders
Mazdas neue Maschine arbeitet grundsätzlich mit einer Zündkerze pro Brennraum, wie ein normaler Ottomotor. Allerdings: Das Benzin-Luft-Gemisch, das mit Hochdruck eingespritzt wird, ist so „mager“ (d.h. viel Luft, wenig Sprit), dass der Funke nicht ausreicht, um das Gemisch zu entzünden. Durch spezielle Verwirbelung gelingt es nun, im Bereich direkt an der Zündkerze ein „fetteres“ Gemisch zu erzeugen, das nun doch vom Funken zur Explosion gebracht wird. Einfach gesagt handelt es sich aber nur um ein „Explosiönchen“, der Rest des Gemisches im Brennraum wird nicht mitentzündet.

Aber: Diese „Explosiönchen“ sorgt dafür, dass sich Druck und Temperatur im Brennraum schlagartig erhöhen und sich das magere Gemisch von selbst entzündet.

Warum dann nicht gleich alles per Funke abbrennen? Na ja, klar: Dazu müsste das Gemisch fetter sein, das heißt mehr Sprit enthalten. Und das bedeutet logischerweise einen höheren Verbrauch.

Fliegender Wechsel im Brennraum
Dieses Prinzip ist jedoch nicht für alle Lastzustände des Motors ideal. Dieser ist aber so flexibel konstruiert, dass er jede einzelne Verbrennung für sich anders gestalten und nahtlos zwischen den Verbrennungsprinzipien wechseln kann. Bei Volllast zum Beispiel arbeitet er wie ein klassischer Benziner: Einspritzung, Verdichtung, Zündung, Verbrennung, rumms! Genau diese Flexibilität ist das Geheimnis des Erfolges, aber auch die große Herausforderung. Denn wenn sich das Gemisch unkontrolliert selbst entzündet, bedeutet das den schnellen Motortod. Dieser Effekt ist als „Klopfen“ bekannt und tritt bei älteren Benzinmotoren auf, die mit Sprit betrieben werden, dessen Qualität (also die Oktanzahl) zu schlecht für die Verdichtung ist (neuere Benziner verhindern das durch Klopfsensoren).

Die Verdichtung des Skyactiv-X-Motors ist nun mit 16:1 extrem hoch. Mögliche unkontrollierte Selbstzündungen verhindert Mazda vor allem damit, dass der Sprit in zwei Portionen eingespritzt wird. Zuerst ein wenig, dann den Rest. So kann sich das Ganze während der Kompression nicht erwärmen. Außerdem können, wenn nötig, die Einlassventile länger geöffnet bleiben, wodurch der Maximaldruck im Brennraum geringer wird.

Sensoren im Motor sorgen dafür, dass die Motorsteuerung jederzeit „weiß“, was zu tun ist, um für eine ideale Verbrennung zu sorgen. Der Fahrer merkt davon nichts. Es sei denn, er sitzt in einem der Prototypen, die auf einem aufgepflanzten Tablet mithilfe dreier Kreise anzeigen, ob gerade fremdgezündet oder kompressionsgezündet wird oder ob man sogar im Idealzustand mit supereffizientem Verbrauch unterwegs ist. Ob das im künftigen Serien-Mazda3 auch irgendwie angezeigt wird, wird man sehen.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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