04.06.2019 11:44 |

Mord nach Saufgelage

Leiche im Müll: Jetzt auch Freundin in Haft

„Melli“ K. ist in U-Haft, ebenso wie ihr Lebensmensch „Dave“ (28): Wie berichtet, soll der Ungar einen Liebes-Kontrahenten in der Wohnung der besachwalteten Wienerin im Drogen- und Alkoholrausch bestialisch getötet haben – weil er „Melli“ küssen wollte. Die Leiche landete in der Müllverbrennung.

„Die Kleine!“ „Die Irre!“ „Mörderpuppe!“ - es sind viele Namen, die im Ottakringer Grätzel für die 30-Jährige gebraucht werden, in deren völlig vermüllter Gemeindebau-Wohnung vor mehr als einer Woche ein Grusel-Mord über die Bühne gegangen sein soll.

Stiftete „Melli“ Freund zum Mord an?
„Dave“ flog auf, nachdem er sich einem Bekannten anvertraut hatte, dieser sich wiederum einer Sozialarbeiterin in einer Obdachloseneinrichtung - sie schlug schließlich Alarm. Er wurde am Samstag festgenommen. Was aber hat „Melli“ mit der Sache zu tun? Fakt ist: Die vom Leben gezeichnete junge Frau wurde Montagabend als mögliche Beitragstäterin verhaftet. Laut Aussagen des Ungar soll die „Melli“ im Zuge des Streits ihren Freund angestiftet haben, den 43-Jährigen zu töten. „Der gemeinsame Nenner aus beiden Beschuldigteneinvernahmen ist, dass für die Tat ein Schraubenzieher verwendet worden ist“, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Dieser soll dem Opfer mehrmals in den Kopf getrieben worden sein.

Gemeinsam Spuren beseitigt
Die Polizei stellte in der Wohnung der Frau „mehrere mögliche Tatmittel sicher“, darunter auch Schraubenzieher. Das Paar gab in den Einvernahmen an, den Schraubenzieher nach der Tat gereinigt zu haben. Gemeinsam hätten die beiden auch Spuren beseitigt. Laut der 30-Jährigen hätte das Paar im Anschluss neben der Leiche weiter Alkohol getrunken. Die Frau sagte der Polizei, dass sie die Leiche zwei Tage später in den Müllcontainer geworfen hätten. Genau wisse sie es aber nicht mehr, weil sie zu viel getrunken hätte. Der 28-Jährige sprach vom darauffolgenden Tag.

Jedenfalls blieben mehrere Suchaktionen der Polizei - unter anderem mit Blut- und Leichenspürhunden - erfolglos. Der Tote dürfte von der Müllabfuhr unbemerkt in die Verbrennungsanlage gebracht und dort verbrannt worden sein.

Sandra Ramsauer und Christoph Budin, Kronen Zeitung, krone.at

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen