03.06.2019 16:39 |

Opfer (43) verbrannt?

Grusel-Krimi um Mord ohne Leiche in Wien

Es ist ein gruseliger Kriminalfall, wie er nicht alle Tage vorkommt: Das Wiener Landeskriminalamt ermittelt derzeit in einem Mordfall ohne Leiche. Ein Ungar (28) soll einen Nachbarn (43) in Ottakring erschlagen und offenbar zerstückelt haben. Anschließend soll der Verdächtige gemeinsam mit seiner Freundin die Leichenteile im Müllraum des Gemeindebaus entsorgt haben. Der Container mit dem brisanten Inhalt wurde abgeholt und wohl in die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig gebracht ...

Der Verdächtige wurde am Samstag ausgeforscht. Der Ungar befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in fremdenrechtlichem Gewahrsam in einem Polizeianhaltezentrum. Die LKA-Mordfahnder haben zwar das Geständnis des ungarischen Tatverdächtigen - aber die Leiche fehlt!

Eifersucht als Motiv?
So viel ist bisher in dem Grusel-Krimi bekannt: Der junge Mann soll bereits am Montag, den 27. Mai, mit dem Nachbarn in der Wohnung seiner besachwalteten Freundin (30) in der Thaliastraße in Streit geraten sein. Das Wortgefecht eskalierte offenbar völlig und endete mit der Bluttat. Die beiden Männer dürften aufgrund von Eifersucht aneinandergeraten sein. Zuvor soll Alkohol geflossen sein, auch Drogen sollen die Beteiligten konsumiert haben. „Wie immer“, so eine Nachbarin gegenüber der „Krone“.

Der 28-Jährige soll wutentbrannt auf seinen 43-jährigen Kontrahenten eingeschlagen haben. Das Opfer erlitt laut Polizei tödliche Kopfverletzungen. Danach soll er die Leiche vermutlich zerstückelt, über sechs Stiegen in den Lift gezerrt und im Müll entsorgt haben. „Sicher nicht alleine“, sagen Bekannte des Paares.

Leiche landete wohl in Müllverbrennungsanlage
Als der Ungar - ohnehin schon in fremdenpolizeilichem Gewahrsam - die Tat am Samstag gestand, standen die Ermittler aber vor einem Problem: Bereits am Freitag hatte die Müllabfuhr den Container abgeholt und ihn in die Verbrennungsanlage der Wien Energie am Flötzersteig gebracht. Unwissentlich wurde der Leichnam dort wohl bei rund 850 Grad eine Stunde lang im Großofen verbrannt. Die Polizei führte mehrere Suchaktionen mit Hunden durch, um die Leiche zu finden - allerdings ohne Erfolg.

Am Tatort wurden mehrere Gegenstände sichergestellt. Diese müssen noch kriminaltechnisch untersucht werden, hieß es. Ein Mordprozess ohne Leiche sei in Österreich zwar selten, trotzdem könne es zu einer Mordverurteilung kommen.

Christoph Budin, Kronen Zeitung/krone.at

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