Anlaufpunkt fällt weg

Aufnahmezentrum zu: Ukrainer auf der Straße?

Wien: Politik
07.01.2026 19:00
Porträt von Wien Krone
Von Wien Krone

Ab 8. Jänner gilt im Ankunftszentrum für Vertriebene aus der Ukraine am Schlossberg in Hietzing ein Aufnahmestopp. Was das für die 150 aktuellen Bewohner und künftige Neuankommende aus der Ukraine bedeutet. 

Noch im Oktober war das letzte große Aufnahmeszentrum für Kriegsvertriebene aus der Ukraine am Schlossberg in Hietzing überfüllt. Ein bis zwei Wochen kamen Ukrainer durchschnittlich dort unter, bis sie in die Grundversorgung aufgenommen wurden.

Mit 8. Jänner fällt nun aber auch dieser Anlaufpunkt weg. Ein Aufnahmestopp bedingt, dass die 150 Bewohner nun in die Bundesländer abgesiedelt werden.

Neuankommende im Dunkeln gelassen? 
Ukrainer, die nun nach Österreich kommen, stehen aus jetziger Sicht wohl auf der Straße..

Es sei denn, sie können rasch in die Grundversorgung aufgenommen werden oder kommen privat unter. Die Volkshilfe Wien, die das Zentrum für die Stadt betreut, betont allerdings, niemanden in der Kälte allein zu lassen. Notfälle werde man weiter betreuen. Durchschnittlich kommen etwa 40 bis 80 Vertriebene wöchentlich in Wien an, so der Fonds Soziales Wien. 

Verhärtete Fronten 
Grund für die Situation ist ein Kompetenzstreit zwischen Bund und Länder. Letztere sehen den Bund für die Koordinierung der Erstankunftszentren zuständig. 

Aus dem Büro von Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) kommt etwa die Kritik: Wien habe die meisten Ukrainer versorgt und erwarte sich, dass die Lasten auf Bund und andere Bundesländer fair aufgeteilt werden.

Bei der Konferenz der Flüchtlingsreferenten im Dezember in Linz haben unterdes alle Bundesländer die Forderung an den Bund, die Erstversorgung zu koordinieren, bekräftigt, heißt es weiter. 

Der Bund weist die Verantwortung von sich und betont, lediglich für die Finanzierung aufzukommen. Die Umsetzung liege bei den Ländern, erklärt ein Sprecher der Bundesbetreuungsagentur (BBU).

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