Jagd nach Natur

Botswana & Simbabwe: Aug in Aug mit der Wildnis

Reisen & Urlaub
08.01.2026 10:00

Ob Jeep oder Kanu – Pirschfahrten vom Okavango-Delta bis zu den Victoria-Fällen rücken Elefanten, Flusspferde, Krokodile oder Löwen in greifbare Nähe. Was man auf diesen Reisen beachten sollte.

Weg von der Fernsehcouch, ab ins lebendige Abenteuer! So nah, wie unerschrockene Fernreisende in Botswana anmutigen Raubkatzen sind, kommt nicht einmal die Kamera experimentierfreudiger Naturfilmer an Wildtiere heran. Unmittelbar vor den Urlaubern laufen im wahren Leben Dokus in Echtzeit ab, aufregend je nach der Gunst des Augenblicks – ein spektakulärer „Director’s Cut“ sozusagen, Regie führt die Wildnis.

Aufgeschreckt, sucht die junge Giraffe das Weite.
Aufgeschreckt, sucht die junge Giraffe das Weite.(Bild: Karl Grammer)
Krokodil am Chobe River als Relikt aus einer anderen Zeit
Krokodil am Chobe River als Relikt aus einer anderen Zeit(Bild: Karl Grammer)
Wildhund im Hyänen-Look zeigt Zähne
Wildhund im Hyänen-Look zeigt Zähne(Bild: Karl Grammer)

Keine drei Armlängen entfernt, schweifen Löwen in freier Wildbahn neben Touristen umher. Das Schnauben der majestätischen Samtpfoten ist deutlich zu hören. Bevor die Ersten der legendären „Big Five“ aber zu sehen sind, machen wir auf der Fahrt nach der Landung in der Safari-Hauptstadt Maun entlang der Strecke mit den „Großen Fünf“ der afrikanischen Agrikultur Bekanntschaft. Anstatt Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn tummeln sich Huhn, Perlhuhn, Ziege, Esel und Rind auf Futtersuche am Straßenrand.

Faszinierende Naturmotive bieten die Entdeckungsreisen durch Botswana, ein mit 2,7 Millionen ...
Faszinierende Naturmotive bieten die Entdeckungsreisen durch Botswana, ein mit 2,7 Millionen Einwohnern dünn besiedeltes Land auf dem afrikanischen Kontinent.(Bild: Karl Grammer)

„In der Trockenheit wagen sich Elefanten bis zu den Siedlungen vor, um zwischen den Kühen auf dem staubigen Boden zu grasen. Spärliches Grün zieht sie magisch an. Menschen und Wildtiere leben hier eng nebeneinander, ohne sich in die Quere zu kommen“, berichtet unser Guide Baker am Steuer eines robusten Geländewagens. Die Entschleunigung im Alltag beginnt bereits bei der Fahrgeschwindigkeit – mit Schlaglöchern im Minutentakt, abschnittsweise verkürzt auf Sekundenintervalle. „Nach einer Dreiviertelstunde auf befestigter Straße setzen wir unsere Anreise auf Massai-Pfaden fort“, sagt Baker mit einem breiten Grinsen. Bevor die sandige Piste und das Abenteuer so richtig beginnen, säumen bodenständige Bauernkolonien die Route. Auffallend: Die Vegetation wird grüner, dichter.

Auf Tuchfühlung mit gewaltigen Kolossen 
Im Herzen des Okavango-Deltas finden sich erkundungslustige Touristen wieder, die eine Lodge direkt auf dem Gomoti River beziehen. Inmitten der botanischen Idylle, die an die cineastische „Jurassic Park“-Saga erinnert und sich auf der glatten Wasseroberfläche wildromantisch widerspiegelt, planschen vor den Terrassen der Holzhütten imposante Flusspferde. Ungestüm geben sie in kurzen Abständen ein mächtig dröhnendes Grunzen von sich.

INFOS

BOTSWANA & SIMBABWE – einzigartige Reise ins Okavango-Delta, zum Chobe-Nationalpark und zu den Victoria-Fällen

10 Tage Kleingruppenreise, Flüge mit Ethiopian Airlines, gute Lodges und Verpflegung, alle Nationalparkgebühren und Pirschfahrten, Bootstouren, Deutsch sprechende Reiseleitung, Raiffeisen-Stornoschutz

  • Ab 6990 Euro pro Person im DZ
  • Termine: 15.11., 6.12.2026 und 21.2., 14.3.2027
  • Infos: 0800 66 55 74 oder
    per Mail info@raiffeisen-reisen.at

ALLGEMEINES: www.botswanatourism.co.bw 

„Der Ton ist laut und tief, aber unaufgeregt. Die tonnenschweren Kolosse klingen entspannt“, verrät der Hausherr. Gegen Abend, wenn die Hitze der Dämmerung weicht, gehen die Giganten unweit der Unterkünfte zum Grasen ans Land. Erste Lektion der Benimmregeln für Safari-Neulinge: nicht zu nahe kommen! Flusspferde sind launisch und haben den unrühmlichen Ruf, die gefährlichsten Tiere Afrikas zu sein. Die Warnung gilt genauso für Ausflüge im Mokoro, dem traditionellen, vier Meter langen Einbaumboot. „Mit einem Schnapper kann ein Hippo ein Kanu in der Mitte durchbeißen“, weiß Boyz, der fast wie ein Gondoliere das Mokoro mit einer Stange durch das flache Gewässer im Delta manövriert. Vorsichtig, beinahe lautlos harren wir auf unserem Beobachtungsposten unweit des Flusspferdebades aus.

Lehrstunde in der Kunst des Fährtenlesens
Expeditionen sind nichts für Langschläfer. Um Naturphänomene authentisch zu erleben, ist in der Saguni Safari Lodge in der Khwai-Region im Moremi-Wildreservat mit einem Weckruf um 5.30 Uhr zu rechnen. Der morgendliche Eifer wird belohnt, wenngleich wir auf die Tricks der Buschmänner – „sie reiben sich bei der Jagd mit wildem Salbei ein, um den Duft der Natur zu übernehmen“ – verzichten. Die Kunst des Fährtenlesens offenbart Wildhüter Sunday jeden Tag aufs Neue, feinfühlig unterstützt von unserer deutsch-afrikanischen Reisebegleiterin Nikita.

Affenbrotbäume mit nährstoffreicher „Superfrucht“.
Affenbrotbäume mit nährstoffreicher „Superfrucht“.(Bild: Karl Grammer)

Ein Blick auf den sandigen Erdboden der Safari-Route genügt, um Tierprofile zu erstellen. Neben der Visitenkarte eines Flusspferdes deutet Sunday auf die Fußabdrücke eines Elefanten: „Anhand der Abstände lässt sich sagen, dass der Dickhäuter in aller Ruhe des Weges gestapft ist. Sogar sein hängender Rüssel hat eine Spur gezogen. Das war erst vergangene Nacht“, entschlüsselt Sunday die stillen Zeichen der Naturoase. Die Fährte führt schließlich zu vier Elefanten am Wasser, allesamt Bullen, die uns mit Argusaugen verfolgen. Bevor es heikel wird, am besten den Motor starten und weiterfahren.

Wildhüter Gibson, ein Profi im Erkennen von Fährten.
Wildhüter Gibson, ein Profi im Erkennen von Fährten.(Bild: Karl Grammer)
Krokodil mit offenem Maul als Fotokulisse am Flussufer.
Krokodil mit offenem Maul als Fotokulisse am Flussufer.(Bild: Karl Grammer)

Ein Profi im Erkennen von Fährten ist Ranger Gibson. Zielsicher führt er uns zu Leoparden, Mungos, Zebras & Co. Vier Löwinnen spürt er auf, die eine Herde Wasserbüffel im Visier haben und auf der Lauer liegen. Unser Jeep ist nur wenige Meter weit entfernt. Prompt folgt die nächste Lektion im Safari-Einmaleins: sitzen bleiben! Die Großkatzen könnten leicht in den offenen Land Rover springen und Unheil über die Reisegruppe bringen, doch sie tun es nicht. „Löwen nehmen das Fahrzeug nur im Gesamten wahr. Sobald einer aussteigt, wird’s jedoch lebensgefährlich“, stellt Gibson fest.

Die Victoria-Fälle stürzen bis zu 110 Meter in die Tiefe.
Die Victoria-Fälle stürzen bis zu 110 Meter in die Tiefe.(Bild: Karl Grammer)

Die letzte Lektion des Tages wird bei einem coolen Sundowner in der freien Natur erteilt. Auf die Frage „Wie lässt sich eine Nacht in der Wildnis überleben?“ hat der Ranger sofort die Antwort parat: „Der Wind weht von Norden nach Westen. Menschen sollten immer in der Gegenrichtung unterwegs sein, damit kein Tier die Nase rümpfen muss. Sollte dennoch ein Löwe oder Elefant auftauchen, dann sofort den Lichtstrahl der Taschenlampe auf deren Augen richten, das vertreibt sie.“

Sanfter Urlaubsflirt mit den Naturparadiesen
Urlauber mit dem Blick fürs Detail können sich noch am Gekrabbel der „Little Five“, der „Kleinen Fünf“, erfreuen. Elefantenspitzmaus, Nashornkäfer, Büffelwebervogel, Ameisenlöwe und Leopardenschildkröte machen den Reigen komplett. Wer trotz unvergesslicher Erlebnisse von Abenteuern nicht genug bekommen kann, fliegt in einer Cessna nach Kasane, gönnt sich eine Thebe-River-Safari unter Krokodilen, genießt eine Kreuzfahrt auf dem Chobe River, entdeckt den Sambesi und lässt sich von den imposanten Victoria-Fällen in Simbabwe verzaubern. Ein Urlaubsflirt fürs Leben!

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