24.05.2019 06:07 |

Männersorgen

Unzufrieden mit dem „besten Stück“

Oft wird darüber gewitzelt, für viele Männer stellt das Maß ihres Geschlechtsteils jedoch ein ernstes Problem dar. Sie befürchten, mit einem zu kleinen Penis ausgestattet zu sein. Worauf kommt es aber wirklich an?

Die Angst vor dem prüfenden Blick anderer ist meist unbegründet und ein Vergleich mit Geschlechtsgenossen - etwa in der Umkleidekabine - ebenso sinnlos. Der erste Anblick kann nämlich täuschen. Anlässlich des 21. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Sexualmedizin in Laibach, der diesem Thema eine ganze Sitzung gewidmet hatte, berichtete Dr. Andreas Jungwirth, Urologe und Androloge in Salzburg: „Eine Studie aus den USA zeigt, dass sich Männer in ,Grower‘ und ,Shower‘ unterteilen lassen. Ersteres bezeichnet Männer, deren Penis einen hohen Anteil an elastischen Fasern aufweist und dessen Länge bei sexueller Aktivität stark zunimmt. Shower-Penisse hingegen bestehen aus mehr Bindegewebsfasern, sind im nicht erigierten Zustand relativ lang, der Längenzuwachs bei sexueller Aktivität ist aber geringer. Die Messungen der Penisse ergaben bei Growern 15,5 cm versus Showern ,nur‘ 13,1 cm.“

Angst vor einem zu kleinen Gemächt
Wird die Sorge um ein zu kleines Geschlechtsteil zur fixen Idee, sprechen Experten vom sogenannten Small Penis Syndrome. „Etwa 12 Prozent aller Männer leiden darunter“, so Dr. Jungwirth. Die Folgen sind dauerndes Vergleichen, Verstecken und Verzweiflung. Sexuelle Befriedigung wird durch die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper beeinflusst. Entspricht das Körperbild nicht, verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit, an einer erektilen Dysfunktion zu leiden, wie der Urologe betont. Er kann aber beruhigen: „Die gute Nachricht ist, dass bei den meisten der betroffenen Männer das Geschlechtsteil normal lang war.“ Nur wenn „das beste Stück“ im gestreckten Zustand nicht mehr als 7 cm beträgt, spricht man von einem „Mikropenis“.

Finger weg von einer Penis-Verlängerung
Umfragen zufolge wünschen sich fast die Hälfte der Männer ein längeres „Zeichen ihrer Männlichkeit“. Der Experte rät jedoch dringend zur Vorsicht vor Versprechungen auf diversen Internetplattformen über Vergrößerungsmaßnahmen oder plastischen chirurgischen Eingriffen am Penis (Eigenfettinjektion o. Ä.). Interessanterweise zeigen sich laut der Befragung 84 Prozent der Frauen mit dem „besten Stück“ des Partners zufrieden, nur 14 Prozent wünschen sich einen längeren, 2 Prozent einen kürzeren Penis. Wichtiger als die Länge war den Damen aber der Durchmesser! „Sexualmedizinisch sollten Männer wissen, dass die durchschnittliche Scheidenlänge 9,6 cm beträgt und 70 Prozent der Frauen keinen Orgasmus beim klassischen Geschlechtsverkehr bekommen“, so Dr. Jungwirth.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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