So, 26. Mai 2019
13.05.2019 09:00

Warum nicht bei uns?

Tirol bekommt ein 24 Kilometer langes Erdkabel

Es geht doch: Demnächst soll ein 24 Kilometer langes Erdkabel Südtirol mit Nauders in Nordtirol verbinden. Die 220-kV-Leitung soll Italien einen günstigen Strom-Import ermöglichen. Und umgelegt auf die Kosten der Salzburger 380-kV-Freileitung ist das 220er-Erdkabel sogar ein Schnäppchen – nicht einmal halb so teuer!

Ein 24 Kilometer langes Erdkabel in hochalpinem Gelände? Kein Problem, zumindest nicht in Tirol. Da soll bald schon ein 220-kV-Erdkabel über den Reschenpass nach Südtirol führen. Kosten für die 24 Kilometer lange Strecke: 70 Millionen. Seltsam, dass die 128 Kilometer der Salzburg-Leitung in Salzburg hochgerechnet mehr als das Doppelte kosten sollen. Auf 800 Millionen an Investitionskosten beziffert der Verbund die Kosten: Für 114 km 380-kV-Freileitung, 14 km 220-kV-Freileitung und 6,7 Kilometer an verkabelter 110-kV-Leitung. 449 riesige Masten sollen dafür aufgestellt werden!

Italien importiert billigen Strom

Die Leitung über den Reschenpass ist ein grenzüberschreitendes Projekt, das vom italienischen Stromnetzbetrieber „TERNA“ gebaut wird: Damit soll Italien billigen Strom importieren können, das 220-kV-Erdkabel beginnt in Glurns (Südtirol), führt über den Reschenpass bis nach Nauders in Nordtirol.

Von der Staatsgrenze weg wollte der Verbund eigentlich wieder eine Freileitung hochziehen. Doch man verzichtete darauf und blieb beim Erdkabel. Begründung: Wegen der Alpenkonvention! Die würde ja auch in Salzburg gelten, doch davon war bei der UVP-Verhandlung zur Freileitung weder in Salzburg noch in Wien etwas zu merken. Matthias Höllweger, Freileitungsgegner aus Adnet: „Wir fühlen uns verschaukelt und werden uns das Erdkabel-Projekt ansehen.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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