09.05.2019 15:41 |

Nach Aberkennung

Von CES verbannter Vibrator bekommt Preis zurück

Es war der wohl schlüpfrigste Skandal in der bisherigen Geschichte der Elektronikmesse CES Anfang dieses Jahres: Ein zuerst von den Messeveranstaltern als besonders innovativ ausgezeichneter Robo-Vibrator eines Start-ups musste wenig später wieder aus den Messehallen entfernt werden. Der zuvor verliehene Preis wurde der Erfinderin einfach wieder aberkannt. Fünf Monate später jetzt die Kehrtwende der Kehrtwende: Der Messeveranstalter entschuldigte sich für die Aberkennung und ehrte das Sexspielzeug nachträglich - erneut - mit dem Innovationspreis in der Kategorie Robotik.

Das Start-up Lora DiCarlo hatte seinen Robo-Vibrator Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentiert und als „weltweit erstes freihändiges Gerät für den heiligen Gral des Orgasmus“ angepriesen. Den CES-Veranstaltern gefiel dies so gut, dass sie den Vibrator „Osé“ zunächst mit einem CES Innovation Award in der Kategorie Robotik auszeichneten.

Innovationspreis verliehen und wieder aberkannt
Wenig später dann die Kehrtwende: Der Messeveranstalter CTA zog die Auszeichnung wieder zurück und verbannte das Gerät sogar von der Messe. Begründet wurde dies mit den Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs, wonach keine „unmoralischen oder obszönen“ Beiträge erlaubt seien. Man hätte das Sexspielzeug daher von vorne herein gar nicht für den Wettbewerb akzeptieren dürfen. „Wir haben uns bei dem Unternehmen für den Fehler entschuldigt“, so die CTA damals.

Gründerin warf Veranstalter Sexismus vor
Kritik hagelte es dafür - wenig überraschend - von Lora-DiCarlo-Gründerin Lora Haddock. Sie warf den Messeveranstaltern Sexismus vor: Während man auf der Messe jedes Jahr VR-Pornos ansehen könne und ein anderes Unternehmen dort 2018 sogar einen Sexroboter für den Mann präsentiert habe, sperre man nun ein Produkt aus, das von Frauen entworfen wurde, um Frauen Freude zu bereiten, so Haddock.

Späte Ehre
Nun die Kehrtwende von der Kehrtwende: In einer Mitteilung vom Mittwoch entschuldigte sich die CTA für die Aberkennung des Innovationspreises und ehrte das Produkt nachträglich - wieder - mit diesem. Man habe die Auszeichnung „nicht richtig behandelt“, was zu „einigen wichtigen Gesprächen intern und mit extern Beratern geführt habe. Die daraus gewonnenen Erkenntnise wolle man nun nutzen, um die Messe weiter zu verbessern. Ob dort deswegen im kommenden Jahr vermehrt Sexspielzeuge zugelassen sein sollen, ist nicht bekannt.

Lora-DiCarlo-Gründerin Haddock bedankte sich dafür, „dass die CTA unsere Berechtigung für diese Auszeichnung überprüft und die Innovationskraft unseres Ingenieurteams bestätigt hat.“ Die unglaubliche Unterstützung und Aufmerksamkeit, die das Unternehmen erhalten habe, verdeutliche die Notwendigkeit sinnvoller Veränderungen, „und wir hoffen, dass unser kleines Unternehmen weiterhin einen bedeutenden Beitrag zu sinnvollen Fortschritten bei der Integration aller auf der CES leisten kann.“

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