So, 21. April 2019
19.03.2019 09:57

Rally-Hit im Test

„Dirt 2.0“: Erkämpfte Siege sind die süßesten!

Klack, Klack, Klack. Im Stakkato-Takt knallt der Ganghebel in „Dirt 2.0“ von Gang zu Gang. Die Beifahrerin brüllt von rechts massenhaft Infos ins Ohr. Die nächste Kurve nach der Kuppe kommt rasend schnell näher. Anbremsen, Einlenken. Der Wagen wird unruhig, verliert die Spur. Abflug! Rally-Pilot zu werden ist hart. Manchmal verlangt es einem auch alles ab.

Mit „Dirt 2.0“ stellt Codemasters sein neuestes Rally-Machwerk vor. Noch eine Spur mehr Realismus soll uns erwarten. Wenn das als Ansage eines mehr als knackigen Schwierigkeitsgrades verstanden werden soll, dann trifft das zu. Nicht nur einmal verlässt der Bolide unfreiwillig die Piste. Nervenstarke Spieler sind gefragt. Ansonsten drohen unweigerlich Tobsuchtsanfälle oder gar fliegende Controller.

Opulent gestaltete Strecken
Die Strecken sind wunderschön gestaltet, bieten Abwechslung, aber naturgemäß wenig Übersicht, wenn man etwa durch einen Wald brettert. Eigentlich sollte der Beifahrer anhand seiner Infos behilflich sein. Sollte. Hat man nämlich alle Hände voll zu tun den Wagen überhaupt auf der Strecke zu halten, verpufft diese Hilfestellung schnell. Die Steuerung fühlt sich mitunter zwar etwas schwammig an aber gefühlsmäßig lassen sich besonders enge Kurven besser bewältigen als beim Vorgänger.

Bei „Dirt 2.0“ scheitert man nicht, weil das Spiel vor unfairen Stellen so strotzen würde. Vielmehr setzen die Entwickler auf einen hohen Realismusgrad, der in Verbindung mit den engen Strecken Geduld sowie Training, Training und nochmals Training verlangt. Wer es nicht erträgt, anfangs den letzten Platz abonniert zu haben, wird schnell frustriert das Weite suchen. Die Mühe Durchzuhalten lohnt sich allerdings!

Der erkämpfte Sieg schmeckt süßer
Zum einen zaubern die Entwickler wunderschöne Strecken und Landschaften auf den Schirm. Zum anderen schmeckt kein Etappensieg süßer als jener den man sich besonders schwer erarbeiten musste. Dazu kommt, dass man auch als Letzter der Rangliste etwas virtuelles Geld erhält, um die notwendigen Reparaturen durchführen zu können oder den Boliden durch entsprechende leistungssteigernde Extras näher an die Konkurrenz heranzuführen.

Gelungenes Schadensmodell
Mit dem gut gelungenen Schadensmodell macht man zur Genüge Bekanntschaft. Es sieht nicht nur „gut“ aus, sondern hat handfeste Auswirkungen. Wird ein Scheinwerfer etwa ausgerechnet bei einer Nachtetappe ramponiert, kommen schon mal leichte Flüche über die Lippen. Essentiell, um überhaupt eine Chance zu besitzen, ist die richtige Reifenwahl, will man nicht wie auf Glatteis unkontrolliert durch die Gegend schlittern.

Codemasters dürfte mit allen gefrustet Lernenden, auf die ersten Etappenerfolge hoffenden, ein Einsehen oder gar etwas Mitleid gehabt haben. Anders ist der Schwierigkeitsgrad des Rally-Cross Parts nicht zu erklären. So einfach gestaltet es sich, an den Konkurrenten vorbeizuziehen. Zugegeben, viel Unterstützung durch die KI erhalten diese nicht. In Anbetracht der Härte des sonstigen Rally-Alltags sind die im Rally-Cross errungenen Erfolge aber Balsam auf der Seele.

Fazit: „Dirt 2“ zeigt, wie hart Rallys sind
Wer geglaubt hat Rally-Fahren sei schwer, der irrt. „Dirt 2.0“ zeigt vor, wie hart, nein: extrem hart es ist, mit Irrsinnstempo über einen schmalen Weg, von Straße kann man eigentlich nicht sprechen, zu brettern. Das Spiel ist nie unfair, erfordert aber ausgiebige Übung und Durchhaltevermögen. Dafür wird man mit einem äußerst realistischen Rally-Erlebnis belohnt. Atmosphärisch unterstützt durch einen dröhnenden Motorsound und schön gestaltete Strecken sowie Landschaften.

Zur Abwechslung und Entspannung bietet sich das viel einfacher zu bewältigende Rally-Cross an. „Dirt 2.0“ richtet sich jedoch zweifellos an echte Rally-Fans, die sich von anfänglichen Misserfolgen nicht entmutigen lassen.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 8/10

Harald Kaplan
Harald Kaplan

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