19.03.2019 06:00 |

Lehrlings-Projekt

Spanische Schützenhilfe für die Tiroler Wirtschaft

Eviva España! Oder auf gut Deutsch: Hoch lebe Spanien. Schon bald wird es das auch in der heimischen Wirtschaft heißen. Im Zuge des Projekts „Talents for Europe“ sollen spanische Jugendliche nach Tirol geholt und in Mangelberufen ausgebildet werden. Vorrangiges Ziel ist es, den Fachkräfteengpass damit zu bekämpfen.

Der Bedarf ist höher als das Angebot - und es scheint sich daran so schnell nichts zu ändern. Haben im Jahr 2010 noch 4128 Jugendliche in Tirol eine Lehre begonnen, so waren es im Vorjahr nur mehr 3438 (- 17%).

Fachkräfte sind in den heimischen Betrieben gefragt - sie zu finden, wird aber immer schwieriger. Das zeigt sich auch am Beispiel Außerfern. „In den vergangenen fünf Jahren sind die Lehrlingszahlen im Bezirk Reutte in den Berufsgruppen Bau, Architektur und Gebäudetechnik um 13 Prozent sowie im Tourismus um 12 Prozent geschrumpft. Das ist eine Lücke, die es dringend zu schließen gilt“, erklärt WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler im Gespräch mit der „Krone“.

Aber wie? Weil der Lehrlings-Bedarf mit heimischen Jugendlichen augenscheinlich nicht abgedeckt werden kann, lautet das Zauberwort nun Spanien! „Im Zuge des Projekts ,Talents for Europe - Fachkräfte für Tirol’ wollen wir in Kooperation mit der steirischen Talenteentwicklung Missethon GmbH kompetente spanische Lehrlinge für das Außerfern gewinnen“, so Winkler weiter.

65 Prozent haben keinen Job
Warum ausgerechnet Spanien? „Dort liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei teils 65 Prozent. Heißt also: Zwei von drei Jugendlichen haben keinen Job. Eine Lehre in Österreich wäre für die Betroffenen eine aussichtsreiche Zukunftsperspektive.“

Die Idee dahinter: Interessierte müssen im letzten Jahr ihrer fachtechnischen Ausbildung in Spanien zusätzlich noch einen Deutschkurs absolvieren und steigen dann im zweiten Lehrjahr bei teilnehmenden Betrieben in Tirol ein. „Das ist eine Win-win-Situation für beide Seiten“, ist Winkler überzeugt.

Startschuss im Herbst
Schon im Herbst werden im Bezirk Reutte sechs spanische Jugendliche ihre Lehre bei zwei renommierten Industriebetrieben beginnen. Tirolweit sind es 60 - zwei Drittel davon in der Gastronomie und ein Drittel in diversen technischen Berufen.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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