Ein ausgiebiges Mittagessen um 2,90 €, der "Verlängerte" um 60 Cent, üppige Wurst-, Käse- oder "Fleischkassemmel" für 90 Cent: Kein Wunder, dass Richter, Staatsanwälte und Bedienstete im Innsbrucker Landesgericht hörbar aufstöhnten, als es hieß: Aus für die Kantine!
Der Präsident der "Kollegenhilfe", Richter Klaus Schröder sagt dazu: "Einer der zwei Angestellten, der Koch, verließ uns. Und mit nur einer Kraft kann unser Verein den Kantinenbetrieb nicht wirtschaftlich weiterführen." Am Freitag stellt der Verein nach 30 Jahren den Kantinenbetrieb ein, beschloss der Vorstand. "Unsere soziale Arbeit, Hilfe für Kollegen in Not, führen wir natürlich weiter", sagt Schröder. Nachsatz: "Solange uns das Geld nicht ausgeht."
Zahlen die kleinen Gerichtsangestellten in den umliegenden Cafes in ihrer Pause das Vierfache? Müssen Richter, die sich in der Kantinenpause gern fachlich und sozial austauschten, befürchten: "Feind" hört mit? Und liegen die gerade bestens renovierten Kantinenräume nun jahrelang brach?
OLG-Präsident Walter Pilgermair: "Nein! Ich danke den Kollegen der 'Kollegenhilfe' für ihre super Arbeit. Die Kantine ist immens wichtig. Ich bemühe mich, einen geeigneten Pächter zu finden. Natürlich sollen die Preise sozial bleiben."
von Hans Licha, Tiroler Krone
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