Nerven aus Stahl

“Schlieri” fliegt mit 32. Sieg zu Olympia – Zittern vor Finale

Tirol
06.02.2010 18:46
Der Stubaier Gregor Schlierenzauer ist im deutschen Willingen zu seinem 32. Weltcupsieg (dem 7. in dieser Saison) gesprungen. Der Tiroler präsentierte sich damit vor den Olympischen Spielen erneut in Bestform. "Ein Sieg ist natürlich die beste Motivation, um tolle Leistungen zu bringen", meinte Österreichs Top-Adler mit Blick auf Olympia. Dabei mussten die Fans des 20-Jährigen kurz vor dem Finalsprung noch einmal zittern.

Vor 16.000 Fans legte Schlierenzauer mit der Tageshöchstweite von 142,5 Metern den Grundstein zum Erfolg. Als Jacobsen in der Entscheidung vorgeprescht war, musste der 20-Jährige eine Schrecksekunde wegstecken. Probleme mit der Bindung seines rechten Skis bedingten eine Verzögerung, von der sich Schlierenzauer aber offenbar nicht beirren ließ. Mit 137,5 Metern blieb der ÖSV-Adler ungefährdet, musste im Auslauf aber dennoch sichtlich durchatmen.

"Ich habe, bevor ich in die Bindung steigen wollte, noch Schnee von meinem Schuh abklopfen wollen. Dabei hat sich leider etwas verbogen, sodass der Zapfen vom Bindungsband nicht mehr in den Schuh gegangen ist. Mit dem Notfall-Werkzeugkoffer und mit Hilfe des Starters haben wir das zum Glück wieder hinbekommen", berichtete der Tiroler. "Natürlich war das Ganze der Konzentration nicht gerade förderlich, aber ich habe im Endeffekt noch einen passablen Sprung hinuntergebracht."

Nur noch 57 Punkte hinter Ammann
Schlierenzauer machte mit seinem Sieg auch im Gesamtweltcup viel Boden auf den führenden Simon Ammann gut. Der in Deutschland pausierende Schweizer liegt nur noch 57 Punkte vor dem nun achtfachen Saisonsieger aus Tirol. 

Großartige Mannschaftsleistung
Überragend war in Willingen auch die mannschaftliche Leistung der ÖSV-Springer. Von sieben Startern schaffte lediglich Stefan Thurnbichler nicht die Qualifikation für das Finale. Junioren-Weltmeister Michael Hayböck zeigte eine Talentprobe und wurde ausgezeichneter Sechster. "Ich hatte heute zwei super Sprünge, wobei ich nicht gedacht habe, das es im Wettkampf so gut laufen würde", meinte der 18-Jährige nach einem "traumhaften Weltcupergebnis".

David Zauner bewies als Achter erneut seine derzeit gute Form, mit Tournee-Sieger Andreas Kofler kam auch ein fünfter Österreicher in die Top Zehn. Als letzter Bewerb vor den Spielen in Vancouver steht am Sonntag noch der Teambewerb auf dem Programm. Österreichs Top-Springer werden dabei nicht an den Start gehen, das rot-weiß-rote Teilnehmerfeld bilden Zauner, Thurnbichler, Hayböck und Florian Schabereiter. In der Team-Tour liegen die Pointner-Schützlinge im Rennen um den Siegesscheck von 100.000 Euro vor dem finalen Wettbewerb weiter vorn.

Die ersten Zehn in Willingen:

1.

Gregor Schlierenzauer

AUT

142,5/137,5

273,7

2.

Anders Jacobsen

NOR

139,0/138,5

269,0

3.

Michael Neumayer

GER

140,5/141,0

264,5

4.

Thomas Morgenstern

AUT

139,0/134,5

260,3

5.

Tom Hilde

NOR

138,0/139,0

260,2

6.

Michael Hayböck

AUT

139,0/140,5

257,6

7.

Jakub Janda

CZE

141,0/138,5

257,2

8.

David Zauner

AUT

131,5/140,0

253,9

9.

Andreas Kofler

AUT

134,5/138,0

250,6

10.

Michael Uhrmann

GER

131,0/138,5

250,5

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