10.12.2018 14:13 |

Mit Strom gequält

Wenn der arme Jagdhund Schutz suchen muss...

Samstag in der Steiermark: Während mit viel Getöse eine Treibjagd vorbeizieht und Schüsse knallen, reißt ein Jagdhund von der Truppe aus und flüchtet sich zu Anrainern. Panisch, völlig fertig, zitternd und sichtlich verängstigt, verkriecht er sich zu deren Verblüffung im hintersten Winkel des Heustadels. Zwischendurch jault er jämmerlich auf, reißt es ihn richtig hoch. Die Ursache ist für die entsetzten Anrainer schnell gefunden: Das arme Tier trägt ein (längst verbotenes) Stromhalsband!

Das ihm offenbar, mit Fernbedienung ausgelöst, immer wieder Stromstöße durch den Körper jagt. Entsetzen macht sich breit. Kurze Zeit später erscheint der Jäger, verlangt die Herausgabe seines Hundes – und des Stromhalsbandes. Dass es verboten sei, wisse er, sagt er auf Nachfrage, „wir machen das aber so“. Und: Man möge doch im eigenen Interesse und in dem der eigenen Haustiere von einer Anzeige absehen, man wolle sich doch nicht „mit der Jägerschaft verfeinden“. Auch zwei danach kommende Jagdkollegen zeigen null Einsicht. Da kommt wohl einiges zusammen: Drohung, Verdacht der Tierquälerei, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, Erwerb, Besitz, Anwendung einer unerlaubten Dressurhilfe. Die Jäger klagen oft, dass sie den Ruf, den sie haben, völlig zu Unrecht hätten und nur „radikale Tierschützer“ und die Medien daran schuld seien. Aufwachen! Auf niemanden sonst kann die Schuld abgewälzt werden: Die Jäger verdanken ihren Ruf immer, immer nur Leuten aus ihren eigenen Reihen.

Christa Blümel, Kronen Zeitung

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