So, 17. Februar 2019
20.11.2018 13:49

Schlagring-Attacke

Trotz Überwachungsbildern und Zeugen keine Anklage

Ein junger Afghane (19) boxt am Wiener Praterstern den Minimarkt-Betreiber Imam K. (65) mit einem Schlagring mitten ins Gesicht: Nasenbeinbruch samt OP! Trotz Überwachungsbildern und intensiver Recherche innerhalb der afghanischen Community hat die Staatsanwaltschaft die Anklage wegen schwerer Körperverletzung fallen gelassen. Arif K. (31), der Sohn des Opfers, ist empört.

Weil drei Jugendliche sich am Geländer des Lokals von seinem Sohn anlehnen, bittet dessen Vater das Trio, damit aufzuhören. Die Reaktion: Einer von ihnen holt aus, schlägt den 46 Jahre älteren Imam K. auf die Nase und flüchtet. Imams Sohn Arif K. zögert nicht und zeigt Eigeninitiative, recherchiert selbst in der Afghanen-Szene am Praterstern und wird fündig. Demnach kehrte der Jugendliche mehrmals zum Tatort zurück und konnte so von drei Personen als Schläger identifiziert werden. Die Familie bereitet eine Klage vor.

Doch bei der Polizei gibt der Afghane an, er sei nicht der Täter. Der 19-Jährige soll sogar mit einer Sozialarbeiterin das besagte Lokal von Arif K. besucht haben, zwecks Mediation. „Mein Vater meinte: Wenn, dann klären wir das Ganze auf der Polizeistation und nicht vor dem oder im Lokal.“ Dieses Angebot soll der vermeintliche Schläger aber abgelehnt haben.

Auch, dass der junge Mann auf mehreren Fotos auf Facebook (sein Profil ist mittlerweile nicht mehr online) mit gestrecktem Zeigefinger posiert, macht Arif K. nachdenklich. „Vielleicht ist dieser Jugendliche noch gefährlicher als wir vermuten, und unsere Klage wird einfach so eingestellt?“ Es steht Aussage gegen Aussage und die Zeugen wollen anonym bleiben. Somit hat die Staatsanwaltschaft vier Monate später die Anzeige wegen schwerer Körperverletzung aus Mangel an Beweisen und wegen des Schockzustands des Vaters - dieser verzögerte die Identifizierung - fallen gelassen.

Familie K. versucht mit ihrem Anwalt, den Fall wieder ins Rollen zu bringen, auch wenn die Chancen dafür eher schlecht stehen.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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