Alpinmesse Innsbruck

Innovationen für mehr Skigenuss

Bergkrone
27.10.2018 10:08

Der Winter kann kommen! Mit vielen Produktneuerungen überraschte die Outdoor-Branche bei der Alpinmesse Innsbruck. Vor allem mit neuer Leichtigkeit.

Denn bei den Tourenskiern geht es nicht mehr nur um das Einsparen jedes Gramms, sondern um leichte Skier, die jedoch bei allen Schneearten, vom Pulver über Firn bis zum Sulz die beste Performance bieten sollen. „Binnen weniger Jahre hat die Skiindustrie es geschafft, 50 Prozent des Gewichts einzusparen“, weiß Berg- und Skifahrer Stefan Schachtl von Dynastar. Doch eingesparte Gramm gehen auf Kosten der Fahreigenschaften. „Die Kunden haben das erkannt und wollen wieder genussvoll fahren und nehmen dafür geringe Gewichtssteigerungen gern in Kauf.“ Die Ski-Branche spricht deshalb von „einer neuen Leichtigkeit“.

Dynastar verbaut wie viele andere Hersteller einen Holzkern aus Paulownia, der Eigenschaften wie Laufruhe, Stabilität und Handling verspricht. Schachtl: „Unser Topmodell ist der Dynastar Mythic 87. Ein wendiger Freeride-Ski mit starker Taillierung, der Spaß macht.“ Wie schon im Vorjahr setzen Ski-Hersteller wie Atomic, Fischer, Völkl, Movement, aber auch Black Crows beim Design auf klare Linien. „Was zuvor fast nur für die Speed-Tourensportler tauglich war, ist nun für Hobby-Tourensportler verwendbar“, sagt Thomas Kainz von Intersport Wolfsberg. Zwei Paar Skier pro Woche produziert der Deutsche Klaus Jocham. Seine Snørre-Ski versprechen „perfekten Freeride-Genuss“: „Mir geht es um die Balance und meine Skier funktionieren in jedem Schnee.“ Sein „tourPotato“ wiegt 1190 Gramm bei einer Mittelbreite von 115 Millimeter. „Eine Powder-Maschine mit viel Auftrieb!“ Produziert aus Holz und Carbon, ohne SchnickSchnack. Doch der Custom-Ski hat seinen Preis: 1990 Euro pro Paar. Auch US-Hersteller Black Diamond - der seine Europazentrale in Österreich betreibt - baut seine Helio Ski-Kollektion weiter aus. „Unser Helio 76 ist vielleicht nicht der leichteste Ski am Markt, aber bietet sicherlich die beste Performance“, ist Christian Lehmann überzeugt und zeigt uns einen Voll-Carbon-Skistock: „Damit wollen wir zeigen, was wir können.“ Neu im Programm hat Black Diamond die leichteste Eisschraube der Welt und bringt mit dem Recon und Guide seine ersten LVS-Geräte auf den Markt, die mit dem steirischen Unternehmen Pieps GmbH entwickelt wurden, das seit 2013 zum US-Sportausstatter gehört. „Das Besondere ist, dass sie sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lassen, wo alle Einstellungen gemacht werden können.“ Bei den Tourenskischuhen setzt La Sportiva auf den „Solar“ und „Stellar“. „Zwei preislich interessante Schuhe für die klassische Skitour“, erklärt David Auer von La Sportiva, einem italienischen Familienunternehmer, das heuer sein 90-Jahr-Jubiläum feiert. „Weil die Skier immer breiter werden, braucht es stabilere Schuhe“, so Auer. Selbst der Traditionshersteller Lange bringt in diesem Winter seine weltcuptaugliche Skiperformance von der Rennpiste ins Gelände. Der Lange XT130 Free ist ein leichter Skischuh mit Gehfunktion. Ideal für Freerider. Und bei Dynafit legt man mit dem Tourenskischuh „Hoji“ wieder mehr Fokus auf die Skiabfahrt. „Bei den Schuhen wird immer öfters Carbon verarbeitet. Außerdem gibt es bequemere Passformen, sie sind leichter, stabiler und beweglicher“, erzählt Esther Starchel von Intersport Klagenfurt.

Auch bei Arcteryx wurde der klassische Procline Tourenskischuh nicht nur verbessert, sondern mit dem Procline AR auch ein leichter Tourenstiefel mit außergewöhnlicher Agilität beim Aufstieg und Reaktionsfreudigkeit bei der Abfahren entwickelt. Generell legen die Kanadier die Latte bei der Herstellung ihrer Outdoor-Bekleidung immer höher: „Weil wir es können“, so Österreich-Vertriebsleiter Hans Oberhofer. Viel wird in Innovation und Forschung investiert, etwa in neues Material. Das Ergebnis sind Skitourenrucksäcke wie der Alpha SK 32. Oberhofer: „Viel wird auch in Richtung Nachhaltigkeit, Reparaturfähigkeit sowie neue Umweltstandards geforscht, was bei Arcteryx auch gelebt wird.“ Neben neuen und weiter entwickelten Lawinenverschüttetensuch-Geräten (LVS) von Arva bis Mammut gibt es auch Neues bei den Lawinen-Airbags. Matthias Werz von Advenate hat mit Techniker Andy Reiter neue durchdachte Sicherheitslösungen bei Lawinenabgängen entwickelt. „Unser Lawinenrucksack Surface IAS kombiniert einen klassischen Airbag mit einem Atmungssystem“, sagt Reiter stolz. Neu sind auch die Lawinenschaufeln Hybrid und Hybrid Pro, in deren Griff platzsparend eine Lawinensonde verbaut ist. Beim Pro Modell gibt es außerdem eine Plane dazu, die mit Hilfe von Schaufel, Sonde und einem Paar Skistöcken zu einem Notfallzelt wird. Die Alpinmesse mit all ihren Vorträgen und Worksshops, die vom Kuratorium für alpine Sicherheit organisiert wurde, war auf alle Fälle wieder ein voller Erfolg. 

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