15.10.2018 12:34 |

Hustenbonbon gefällig?

Alexa erkennt Kranke - und nutzt das für Werbung

Wer in Anwesenheit eines Sprachassistenten wie Amazon Alexa hustet, könnte in Zukunft Reklame für Hustenzuckerl zu hören bekommen. Und wer für ein Alexa-Gerät gestresst klingt, dem könnte wenig später ein entspannendes Schaumbad angeboten werden. Das legt ein Patent nahe, das Amazon in den USA eingereicht hat. Es sieht vor, dass Alexa aus der Stimme Rückschlüsse auf den physischen wie psychischen Zustand des Nutzers zieht und passende Waren anpreist.

In einem nun zugesprochenen Patentantrag vom März 2017 erklärt Amazon, dass der hauseigene Sprachassistent in Zukunft anhand der Stimme und anderer Geräusche erkennen soll, wie es dem User geht. Räuspert er sich häufig und hustet, schließt Alexa daraus, dass er krank ist. Klingt er niedergeschlagen, geht Alexa von einer depressiven Stimmung aus - und bietet als Audiowerbung das nach Ansicht Amazons passende Produkt zum Zustand an.

Wer hustet, kann gleich Hustenzuckerl bestellen
In der Praxis könnte das dann etwa so aussehen, dass ein hüstelnder User Alexa eine Frage stellt und diese nicht nur antwortet, sondern auch anbietet, Hustenzuckerl oder passende Medikamente zu bestellen. Einem fröhlichen Nutzer würde Alexa analog dazu wohl vorschlagen, ordentlich zu feiern - zum Beispiel mit einer per Express zugestellten Flasche Sekt?

Der Algorithmus, den Amazon zur Erkennung des Benutzerzustands patentiert hat, soll laut einem „Heise“-Bericht vom Sonntag zunächst die Zustände Freude, Angst, Ärger, Sorge, Traurigkeit, Langeweile, Empörung oder Stress erkennen. Auch Husten als Indikator für Krankheit wird von Amazon im Patent explizit genannt. Dass etwas nicht stimmt, erkennt Alexa dabei, indem der Assistent zuerst den Normalzustand eines Nutzers analysiert und dann nach Abweichungen sucht. Es ist übrigens nicht das erste Patent, das die Auswertung der Nutzergeräusche durch Amazons Sprachassistent zum Thema hat. Datenschützer sind angesichts der Pläne besorgt.

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