29.09.2018 08:00 |

Feuerwehren im Ennstal

„Zum Nachdenken kommst du erst nach dem Einsatz“

Die Toten, welche die Feuerwehrleute auf der B 320 aus ihren Autowracks schneiden, sind oft kaum noch zu erkennen. Doch der Schock kommt erst nach dem Einsatz, erzählen die Kommandanten Johannes Habersatter aus Mandling und Roman Sieder aus Schladming sowie dessen Stellvertreter Daniel Höflehner.

Das größte Problem bleibt der Lkw-Verkehr. Darin sind sich im „Krone“-Gespräch alle drei einig. „Wenn von zehn Lkw zwei aus Österreich sind, ist das schon viel“, berichtet Daniel Höflehner. „Da fragst du dich: Was tun die alle da?“

Politischer Wille für wirksame Lkw-Kontrolle fehlt
Wenn schon der politische Wille zu einer wirksamen Kontrolle der Lkw fehle, brauche es eben mehr Überholmöglichkeiten, damit die Autofahrer nicht die Nerven verlieren. Oft seien es Touristen, die an gefährlichen Stellen überholen, erläutert Johannes Habersatter. „Die Leute kommen mit Tempo von der Autobahn und sind auf der B 320 zu schnell.“

Bis es wieder kracht. Dann fahren die Feuerwehren benachbarter Orte von beiden Seiten zu, falls es Blockaden gibt. Beim Blättern in den „Jahrbüchern“ der FF Schladming werden grausame Erinnerungen wieder wach - etwa an zwei Tragödien von 2015 (siehe Unfall-Fotos in diesem Bericht).

Kameraden verzichten auf Krisenintervention
„Für unsere Leute ist das sehr belastend“, so Roman Sieder; das Kriseninterventionsteam nehmen die Kameraden trotzdem nicht in Anspruch. „Wir setzen uns am Abend zusammen und besprechen alles. Da sieht man gleich, wem es besonders nahe geht. Im Einsatz selber schaltest du ab, schaust nur, dass alles glatt läuft. Zum Nachdenken kommst du erst später.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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