Di, 23. Oktober 2018

Will zurück zu Pilz

25.09.2018 12:07

Bohrn Mena: „Angenehm ist die Politik sowieso nie“

Es war einer der großen Aufreger für die Liste Pilz in diesem Sommer: Sebastian Bohrn Mena - bis dahin Bereichssprecher für Tierschutz und Kinderrechte - wurde rund eine Woche nach seinem Parteiaustritt als Angestellter des Parlamentsklubs entlassen. Der 33-Jährige klagte auf Wiedereinstellung, am Dienstag startet das Verfahren.

Bohrn Mena erhob schwere Vorwürfe gegen die Liste Pilz. Es gebe dort eine autoritäre, fast demokratiefeindliche Umgangsweise mit Parteimitgliedern, beklagte er. Peter Pilz sei „jedenfalls kein guter Parteichef“. Er kündigte umgehend rechtliche Schritte gegen seine Entlassung an und klagte auf Wiedereinstellung. Nun startet das Verfahren.

„Habe maßgeblich zum Wahlerfolg beigetragen“
krone.at fragte den 33-Jährigen am Montag, warum er wieder mit Personen zusammenarbeiten will, die er noch vor Kurzem heftig kritisiert hat. „Politik ist sowieso nie einfach“, erklärt er. Er wolle sich um den Tierschutz kümmern, schließlich sei er dafür auch gewählt worden.

„Ich habe mit dem Thema Tierschutz maßgeblich zum sehr, sehr knappen Wahlerfolg der Liste Pilz beigetragen“, ist er sich sicher, großen Anteil am Einzug in den Nationalrat gehabt zu haben.

Die Leute haben die Schnauze voll!
Seit seiner Entlassung ist der Familienvater arbeitslos und tourt durch Österreich. Er und Peter Pilz seien im Wahlkampf die Einzigen gewesen, die ganz Österreich bereist hätten, erklärt Bohrn Mena. Er wiederhole diese Tour nun, weil er von vielen Wählern kontaktiert werde, denen der Tierschutz sehr wichtig sei.

„Ich stelle keine Politikverdrossenheit fest, sondern eher eine Politikerverdrossenheit. Die Leute haben die Schnauze voll!“ Er ist sich aber sicher, dass sie sich dennoch nicht von ihrem Engagement abbringen lassen wollen.

Zinggl: Keine Grundlage für Vorwürfe
Dem Vernehmen nach dürften die weiblichen Abgeordneten - Daniela Holzinger-Vogtenhuber, Stephanie Cox und Alma Zadic - mit der Entlassung nicht ganz einverstanden gewesen sein. Sie wollten auf Anfrage allesamt keine Stellungnahme abgeben und verwiesen auf das laufende Verfahren. Klubobmann Wolfgang Zinggl erklärte gegenüber krone.at, dass Bohrn Menas Vorwürfe jeder Grundlage entbehren.

Thomas Zeitelberger
Thomas Zeitelberger

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