Mi, 21. November 2018

Zum Welttag am 8. 9.

07.09.2018 09:06

Mythen und Fakten rund um Erste Hilfe

Am Samstag ist Welttag der Ersten Hilfe - bei der Lebensrettung haben die Steirer aber durchaus noch Nachholbedarf. Denn wenn wir uns ehrlich sind: Viele von uns wissen über Erste Hilfe nur das, was man vor Jahren beim Führerschein gelernt hat - und das ist bei einigen doch schon eine Weile her. Obwohl zwei Drittel von uns sich zutrauen, in einem Notfall die richtigen Schritte zu setzen, gibt es viele Mythen zum Thema Lebensrettung. Wir bringen die Fakten!

Mythos: Im Notfall besser nicht helfen. Wenn ich etwas falsch mache, werde ich verklagt. Faktum ist, so das Rote Kreuz: Bis heute hat es noch keine derartige Verurteilung gegeben. Hingegen wurden bundesweit im Vorjahr 66 Schuldsprüche wegen „Unterlassener Hilfeleistung“ und „Imstichlassen eines Verletzten“ verzeichnet.

Mythos: Bei einer Herzmassage brechen die Rippen. Faktum: Nur festes, schnelles Drücken rettet Leben, nur so wirkt die Herzdruckmassage. Wenn, was selten der Fall ist, eine Rippe bricht, ist das (im Gegensatz zum Herzstillstand) nicht lebensgefährlich.

Mythos: Verletzte nicht bewegen. Faktum laut Rotem Kreuz: Verletzte, die bewusstlos sind, müssen in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Wichtig dabei: Den Kopf des Patienten überstrecken und seinen Mund öffnen, damit Erbrochenes abließen kann - andernfalls könnte der Bewusstlose ersticken.

Mythos: Nicht den Motorradhelm eines Verunfallten abnehmen. Faktum: Das Rote Kreuz betont, dass Helme wegen drohender Erstickungsgefahr unbedingt abgenommen werden müssen. Den Helm vorsichtig, langsam und gerade bei gleichzeitigem Abstützen des Nackens abziehen.

Mythos: Erste Hilfe braucht man nur bei Verkehrsunfällen. Faktum: Erste Hilfe braucht es bei jedem Notfall, Verkehrsunfälle machen nur 10% aus.

Viele Kurse werden jährlich angeboten

Das Rote Kreuz Steiermark bietet mit seinen 498 Erste-Hilfe-Lehrbeauftragten jährlich zahlreiche Kurse an. Allein im Vorjahr waren es 2536 Veranstaltungen, bei denen sich insgesamt 34.410 Steirer fortgebildet haben.

Die Kurspalette ist sehr umfangreich: Zusätzlich zu einer Basisausbildung und Auffrischungskursen werden auch Fortbildungen zum Thema Säuglingswiederbelebung oder Kindernotfallkurse angeboten. Spezialschulungen gibt es für sehgeschädigte und gehörlose Menschen.

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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