Fr, 16. November 2018

Prozess in Innsbruck

05.09.2018 16:20

Beziehungsdrama endete vor dem Landesgericht

In einen Kanister, der als Reinigungsmittel deklariert war, füllte ein 36-Jähriger acht Liter Benzin und fuhr zur Wohnung seiner Freundin im Tiroler Unterland, wo er vor der Tür ausharrte. Die rief aber die Polizei statt zu öffnen. Am Dienstag stand der Mann wegen versuchter Brandstiftung und weiterer Delikte in Innsbruck vor dem Gericht.

Geschult im Umgang mit dem Gericht gab sich der 36-jährige Angeklagte - Übung dürfte er auch haben, insgesamt 19 Mal ist der Mann vorbestraft. Die Vorwürfe gestern: Versuchte Brandstiftung, gefährliche Drohung und Körperverletzung - allesamt vor dem Hintergrund einer Beziehung. „Herr Richter, ich hatte niemals vor die Wohnung anzuzünden. Ich wollte den Streit beilegen“, schilderte der türkischstämmige Mann.

Situation schon einmal da gewesen
Das Benzin, so betonte er, habe er nur dabei gehabt, weil eine ähnliche Situation vor anderthalb Jahren zur Auflösung eines Konflikts geführt hätte. Damals habe er gedroht sich selbst anzuzünden, woraufhin sie sich vertragen hätten. Daran wollte er seine Freundin erinnern.

Drohungen
Die Beamtin, die aufgrund eines schon bestehenden Betretungsverbotes zur Wohnung gerufen wurde, hatte einen anderen Eindruck: „Er hatte einen Blick wie ein Psychopath“, schilderte sie. Zudem konnte die Polizistin beobachten, wie der Angeklagte in Richtung seiner 27-jährigen Freundin eine Geste deutete, die im allgemeinen als „Hals abschneiden“ verstanden wird. Per Whatsapp schickte er zudem Drohungen an seine Geliebte.

Urteil bereits rechtskräftig
Dafür und für eine Körperverletzung wurde er vom Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Thomas Dampf auch schuldig gesprochen. Für die versuchte Brandstiftung gab es im Zweifel einen Freispruch. „Wäre das Gericht davon überzeugt gewesen, der Angeklagte wollte wirklich die Wohnung und alle Beteiligten anzünden, wäre das auch wegen versuchten Mordes ans Schwurgericht gegangen“, sagte der Richter. 18 Monate geht der Mann nun in Haft. Rechtskräftig. 

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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