29.08.2018 11:39 |

Waffen aus 3D-Drucker

Verkauf von Bauplänen trotz Verbot gestartet

Trotz eines richterlichen Verbots hat der radikale Pro-Waffen-Aktivist Cody Wilson in den USA damit begonnen, digitale Baupläne für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker zu verkaufen. „Jeder in Amerika, der diese Dateien will, wird sie bekommen“, sagte Wilson bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Erst am Montag hatte ein US-Bundesrichter ein Verbot der Verbreitung dieser Anleitungen bestätigt.

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Wilson hatte die Dateien vor vier Wochen erstmals zum Herunterladen angeboten. Nach einem langjährigen Rechtsstreit hatte die US-Regierung seiner in Texas ansässigen Firma Defense Distributed im Juni erlaubt, Konstruktionspläne für Schusswaffen aus 3D-Druckern im Internet zu veröffentlichen. Dazu gehören auch Pläne für den „Liberator“ - eine Handfeuerwaffe aus Plastik, die von Metalldetektoren nicht erkannt wird und keine Seriennummer hat.

Mehrere US-Staaten haben die Regierung von Präsident Donald Trump verklagt, weil sie die Veröffentlichungen genehmigt hatte. Aufgrund der Klage hatte der zuständige Richter in Seattle im nordwestlichen Staat Washington die Verbreitung der Baupläne Ende Juli vorläufig gestoppt. Bundesrichter Robert Lasnik verlängerte dieses Verbot am Montag nun bis zur Entscheidung über die Klage der US-Staaten.

Wilson pocht auf Redefreiheit
Wilson argumentierte am Dienstag, das richterliche Verbot gelte nur für die kostenlose Verbreitung der Baupläne. Er habe jedoch damit begonnen, die Dateien zu verkaufen. Seine Website war am Dienstag wieder aktiv. Kunden konnten den Preis für die Baupläne selbst bestimmen. Der Aktivist für das Recht auf privaten Waffenbesitz sieht in dem Verbot eine Einschränkung seines Rechts auf Redefreiheit.

„Besondere Gefahr“
Richter Lasnik sagte am Montag, der Schaden, den Wilsons Taten verursachen könnten, wiege schwerer als die Redefreiheit. Die nicht rückverfolgbaren und schwer erkennbaren Schusswaffen stellten eine „besondere Gefahr“ dar.

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