"Krone": Seit wann bekleiden Sie die Position des obersten Kontrollors im Land Tirol?
Klaus Mayramhof: Ich wurde am 1. Jänner 2001 Leiter des damaligen Kontrollamtes und am 1. März 2003 für 6 Jahre laut Gesetz zum Direktor des neu geschaffenen Landesrechnungshofes bestellt.
"Krone": Gab es in dieser Zeit Probleme bezüglich der Erfüllung ihrer Aufgaben?
Mayramhof: In keiner Weise. Alle haben meine und die Arbeit meiner Mitarbeiter immer wieder hoch gelobt. Auch wenn Sie für die Politiker nicht immer sehr erfreulich war. Immerhin haben wir pro Jahr etwa 15 Prüfungen durchgeführt, die im Landtag stets einstimmig angenommen wurden. Und letztlich wurden etwa 80 Prozent unserer Empfehlungen auch umgesetzt.
"Krone": Im Februar wurde aber ihr Vertrag nicht mehr verlängert, obwohl Sie von LT-Präsident Herwig van Staa vorgeschlagen worden waren. Insider behaupten, dass Sie schlicht ein Opfer von ÖVP-Intrigen wurden.
Mayramhof: Ich möchte dazu nichts sagen, denn ich kenne nur das Abstimmungsergebnis von 20:15 und das war zu wenig. Aber dieses Ergebnis hat mich schon sehr hart getroffen, weil ich nicht weiß, warum es so kam und ich vorher ja von allen gelobt wurde.
"Krone": Welche Rolle spielte dabei die SPÖ?
Mayramhof: Die Rolle der SPÖ ist sehr indifferent.
"Krone": In den vergangenen Jahren wurden mit Jugendanwalt Preishuber, Agrarreferent Guggenberger oder Umweltanwalt Riccabona starke Persönlichkeiten, die nicht nach der Pfeife der Regierung tanzen wollten, aus ihren Ämtern gefeuert. Sehen Sie ihre Position ähnlich?
Mayramhof: Das möchte ich auch nicht kommentieren. Aber vielleicht bin ich einfach ein bisschen zu undiplomatisch.
"Krone": Im November-Landtag wäre Ihre Karriere fast beendet worden. Da soll Sie nur ein FP-Mandatar gerettet haben, der sich nicht an eine vorherige Absprache mit der ÖVP gehalten hat. Was halten Sie davon?
Mayramhof: Ich finde es rechtlich ziemlich bedenklich, weil jemand mein Nachfolger werden sollte, der sich nicht einmal um diese Position beworben hat. Sollte es tatsächlich zu einer Nachbesetzung meines Postens durch einen Nicht-Bewerber kommen, dann werde ich rechtliche Schritte ergreifen.
"Krone": Obwohl Sie ja eigentlich seit 1. März nicht mehr der Chef sind, leiten Sie den Rechnungshof interimistisch nach wie vor. Geht das?
Mayramhof: Wir haben auch heuer wieder etwa gleich viele Prüfungen durchgeführt wie in den bisherigen Jahren. Darunter solche Brocken wie die EURO 08 und die Cross-Border-Geschäfte der Tiwag. Es ist also durchaus möglich, dass der derzeitige Zustand weiterhin aufrecht bleibt.
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