Do, 15. November 2018

Ethische Bedenken

17.08.2018 07:44

Mitarbeiter protestieren gegen Googles China-Suche

Mehr als 1000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen „Dragonfly“ (Libelle) werfe „dringende moralische und ethische Fragen auf“, heißt es in dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.

Nur wenige Mitarbeiter seien eingeweiht. Die Angestellten argumentierten weiter, dass es unklar sei, ob das Projekt gegen die Ethik-Regeln des Unternehmens verstoße, die besagten, dass Google keine Dienste anbietet, die zu Verletzungen von Menschenrechten führen. Bereits Anfang August hatten Aktivisten und Menschenrechtler mit Empörung reagiert, als mehrere US-Medien über Googles neue China-Pläne berichteten. Die zensierte Suchmaschine für das mobile Betriebssystem Android würde demnach in China gesperrte Websites und Suchanfragen etwa nach Menschenrechten, Demokratie, Religion oder friedlichen Protesten aussortieren.

Google-Chef Sundar Pichai sicherte seinen Mitarbeitern in einer ersten Reaktion Transparenz zu. Es sei „sehr unklar“, ob der US-Konzern überhaupt einen solchen Dienst in China anbieten könne oder werde, sagte Pichai am Donnerstag. Das zuständige Team prüfe seit einiger Zeit die Möglichkeiten „und ich glaube, sie prüfen viele Optionen“.

Mitarbeiter: „Müssen wissen, was wir bauen“
Reuters lag am Donnerstag ein interner Aufruf vor, in dem Hunderte Mitarbeiter mehr Offenheit und ein Mitspracherecht verlangten. „Wir benötigen dringend mehr Transparenz, einen Sitz mit am Tisch und eine Zusage zu klaren und offenen Abläufen“, heißt es in dem Text. „Die Angestellten von Google müssen wissen, was sie bauen.“ Es ist das zweite Mal, dass sich die Google-Führung mit Kritik der Mitarbeiter konfrontiert sieht: Der Konzern hatte nach einem internen Aufschrei eine Zusammenarbeit mit dem US-Militär auslaufen lassen.

Rückzug wegen Zensurvorschriften
Google hatte sich 2010 unter anderem wegen der Zensurvorschriften aus China zurückgezogen. Die Behörden dort haben zahlreiche Dienste der Amerikaner blockiert, darunter die zentrale Suchmaschine und die Videotochter YouTube. Während Google Interesse an einem Wiedereinstieg in den Milliarden-Markt der Volksrepublik hat, könnte sich China für das Expertenwissen des US-Konzerns interessieren: Google beschäftigt einer Studie der Eurasia Group zufolge etwa die Hälfte der wichtigsten Forscher im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Chinas Regierung treibt auf diesem Gebiet die technische Entwicklung massiv voran.

 krone.at
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