FPÖ-Abgeordneter Walter Gatt spricht im Zusammenhang mit dem Minarett-Bauverbot-Antrag von der "wichtigsten Initiative" seit seinem Einzug in den Landtag vor 18 Monaten. "Minarette haben in Tirol nichts verloren, jenes in Telfs ist überflüssig und eine Schande für Christen und Muslime – zumal es ja nur ein 'Minarettl' ist", wettert Gatt. Das Argument, dass man zum Beten ein Minarett benötige, lässt er nicht gelten. "So wie ich zum Beten weder eine Kirche noch eine Glocke brauche, brauchen Muslime weder Minarett, Moschee noch Muezzin – um pünktlich beten zu können, genügt der Blick auf die Uhr", polemisiert Gatt.
Blaue Themenarmut
Eine Mehrheit werden die Blauen für ihren Antrag aber ohnedies nicht bekommen – das ergab zumindest ein Rundruf der "Krone". "Ein wirklich billiger Antrag! Die Blauen packen in Hinblick auf die Gemeinderatswahlen wegen ihrer Themenarmut wieder einmal die Populismuskeule aus – das Spiel kennen wir ja schon", kommentiert VP-Manager Hannes Rauch den blauen Antrag. Mit Sicherheit nicht zustimmen werden auch die Roten. "Es überrascht mich wenig, dass die Tiroler FP nach dem beschämenden Ergebnis in der Schweiz nun auch ein Minarettverbot für Tirol fordert. Die Blauen versuchen wieder einmal mit Gewalt, das Trennende vor das Verbindende zu stellen", so SP-Klubchef Ernst Pechlaner.
Ähnlich Christine Baur: "Christen sind stolz auf ihre Kirchen und Türme als sichtbare Symbole ihrer Religionsausübung. Dasselbe Recht steht in Österreich allen Glaubensgemeinschaften zu." Und abschließend meint die Grüne, dass die Minarett-Gegner immer so tun, als würden die Telfer Muslime mit ihrem Mini-Minarett Anschläge planen und Bomben basteln: "Stimmungsmache, die mit der Realität nichts zu tun hat."
von Markus Gassler, Tiroler Krone
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