Sa, 18. August 2018

Alpine Sicherheit

06.08.2018 09:32

Kärntens next Bergretter

Wer in Kärntens Bergwelt in einer Notsituation ist, der kann sich auf die vielen Männer und Frauen der Bergrettung verlassen, die ehrenamtlich in Not Geratene von Gipfeln, aus Felswänden oder Gletscherspalten bergen. Doch wie wird man Bergretter?

Bergrettung ist ein Ehrenamt. Jeder der rund 800 aktiven Männer und Frauen ist in Kärnten freiwillig dabei. „Bergretter bist du aus Berufung“, ist für Landesleiter Otmar Striednig klar. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es keinen Nachwuchsmangel .

„Die Bergrettung gibt mir die Möglichkeit, in Not Geratenen zu helfen und ich kann meine Liebe und Leidenschaft für die Berge ausleben“, ist für den jungen Arnoldsteiner Lukas Wille klar: „Außerdem gibt es eine tolle Kameradschaft, weil wir alle die selben Interessen haben und gegenseitig von einander viel lernen können.“

Doch der Weg, um ehrenamtlicher Bergretter zu werden ist weit und die nächste Ortsstelle - in Kärnten gibt es 19 - der erste Ansprechpartner. Dort wird man zunächst für die Probezeit von einem Jahr Mitglied. Wille: „Man kann Übungen mitmachen, mithelfen und lernt so den Bergrettungsdienst kennen und die Kameraden umgekehrt das neue Mitglied.“ Wenn’s passt, dann beginnt die eigentliche, jahrelange Ausbildung, die eigentlich niemals endet. „Jeder Bergretter muss die Basisausbildung absolvieren“, sagt der Landesausbildungsreferent und Bergführer Rudi Preimel: „Ein Winterkurs, zwei Felskurse sowie Eisklettern und ein Eiskurs auf dem Gletscher.“ Die Oberwalderhütte oberhalb der Pasterze ist der ideale Ausbildungsort, wo die künftigen Retter alles für das Bergsteigen im ewigen Eis lernen, ebenso wie Seil- und Klettertechniken und natürlich Gletscherkunde.

„Im Frühsommer finden wir hier oben die idealen Bedingungen“, so Preimel. Jeder Kurs dauert zwischen fünf und sieben Tagen. Die „BergKrone“ besuchte die Bergretter aber nicht nur im ewigen Eis, sondern eine Woche später auch mitten in den Lienzer Dolomiten, wo die Karlsbaderhütte in 2260 Metern Höhe ihnen als „Basecamp“ dient. „Wir zeigen den Anwärtern die Grundlagen des Felskletterns, in erster Linie die Knoten und Abseilarten, Verankerungen, Bremssysteme und behelfsmäßige Rettungstechniken“, so Ausbilder Franz Karger, der wie sein Bergführer- und Ausbildungskollege Andi Schwarz Kletterprofi ist. Der Arnoldsteiner Lukas Wille schätzt, dass er noch zwei Jahre benötigen wird, bis er ausrücken darf, wenn Wanderer in den Bergen in Not geraten sind. Denn auch für ihn - wie viele andere - ist Bergrettung eine Berufung.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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