Do, 16. August 2018

Virenalarm bei TSMC

05.08.2018 11:20

Cyberangriff lähmt weltweit größten Chiphersteller

Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) ist der größte Prozessorhersteller auf der Welt und fertigt im Auftrag von Unternehmen wie AMD, Apple, Nvidia oder Qualcomm komplexe Chips. Mitten in der Produktionsphase für das Herbst- und Weihnachtsgeschäft hat ihn jetzt ein Cyberangriff getroffen. Erstmals wurde dabei nicht nur Verwaltung, sondern auch Produktion lahmgelegt.

Wie das US-amerikanische Wirtschaftsportal „Bloomberg“ berichtet, musste TSMC in der Nacht von Samstag auf Sonntag in mehreren seiner Fabriken die Produktion herunterfahren, weil sich ein Virus in die dortigen IT-Systeme eingenistet hatte.

Virus legte erstmals auch Fertigung lahm
Der Virus habe „eine Menge Fertigungswerkzeuge“ infiziert. Wie stark der Cyberangriff die Produktion beeinträchtige, sei allerdings von Fabrik zu Fabrik unterschiedlich, erklärt TSMC in einem ersten Statement. Manche Werke habe man schon wieder in Betrieb nehmen können, bei anderen sei man noch mit der Fehlerbeseitigung beschäftigt.

Das Management des weltgrößten Chipproduzenten ist bemüht, die Kunden zu beruhigen. „TSMC wurde schon früher von Viren attackiert“, sagt Managerin Lora Ho. Dies sei allerdings das erste Mal, dass es Malware geschafft habe, nicht nur die Verwaltung, sondern sogar die Produktion selbst lahmzulegen.

TSMC beliefert das Who-is-Who der IT
Für welche Kunden TSMC in den betroffenen Fabriken produziert, ist bislang nicht bekannt. Der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger zählt aber das Who-is-Who der Chipbranche zu seinen Kunden. Vom erstarkten Intel-Rivalen AMD über den Grafikkartenspezialisten Nvidia und den Handyprozessor-Platzhirsch Qualcomm bis hin zu Apple erstreckt sich der TSMC-Kundenstamm.

Werden die Probleme in der Produktion nicht gelöst, könnten die Kunden Probleme bekommen. Immerhin stehen beispielsweise Apple und Nvidia vor der Einführung neuer Hardware. Kommt man mit der Produktion nicht hinterher, könnten sich Nvidias neue Geforce-Grafikkarten oder womöglich sogar Apples nächstes iPhone verzögern, in welchem ein bei TSMC produzierter A12-Chip stecken soll.

 krone.at
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