Mo, 20. August 2018

Auf der Überholspur

19.07.2018 10:48

Streaming löst in Österreich die Compact Disc ab

Streamingangebote sind bei den heimischen Musikkonsumenten weiter auf der Überholspur. Im ersten Halbjahr 2018 verzeichneten Dienste wie Spotify und Co ein Umsatzplus von 61,1 Prozent und erwirtschafteten 23,2 Millionen Euro. Nicht zuletzt deshalb hat der digitale Markt die physischen Tonträger erstmals überholt, wie aus aktuellen Zahlen des heimischen Verbands der Musikwirtschaft IFPI hervorgeht.

Insgesamt wurden mit digitalen wie physischen Tonträgern sowie Klingeltönen zwischen Jänner und Juni 53,5 Millionen Euro umgesetzt, was einem Anstieg um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Anteil digitaler Angebote stieg auf 54 Prozent. Neben dem Streaming ist hier noch das Downloadsegment zu nennen, das auf 5,6 Millionen Euro (ein Rückgang um 18 Prozent) kam. Der physische Markt erzielte wiederum 24,4 Millionen Euro, rund 19,1 Millionen Euro davon entfielen auf die bisher marktbeherrschende CD.

Damit hat wie in Deutschland auch in Österreich das Streaming die Compact Disc als beliebtestes Musikformat abgelöst. Eine Tendenz in diese Richtung hat sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet. So freute sich die österreichische Musikwirtschaft beispielsweise angesichts der Zahlen für 2017 über das erste Wachstum nach langer Durststrecke, wobei der Digitalsektor und insbesondere Streamingangebote maßgeblich für die Trendwende verantwortlich waren.

Musikindustrie beklagt „Value Gap“
Beklagt wird von der Musikindustrie aber nach wie vor ein „Value Gap“. In dieser Diskussion werden Onlineriesen wie Google oder Facebook kritisiert, die zwar urheberrechtliche geschützte Werke über ihre Dienste zugänglich machen, die Künstler aber „gar nicht oder nicht fair“ vergüten würden, wie es in der Aussendung heißt.

So würden in Österreich zwar zwei Millionen User regelmäßig via YouTube Musikvideos konsumieren, die Vergütung dafür belaufe sich im ersten Halbjahr aber nur auf 1,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Via Premium-Abos auf Spotify oder Apple Music wurden 21,1 Millionen Euro eingenommen. Für IFPI-Präsident Dietmar Lienbacher ist es daher essenziell, „dass am Streaming-Markt für alle die gleichen Spielregeln gelten und auch Anbieter wie YouTube entsprechende Lizenzen bezahlen“.

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