Nachdem mehrere italienische Politikerinnen, Schauspielerinnen und Unternehmerinnen eine Porno-Webseite angezeigt haben, auf der manipulierte Fotos von ihnen in Sex-Posen veröffentlicht wurden, greift jetzt die italienische Datenschutzbehörde ein. Sie ruft die betroffenen Frauen auf, die Fälle zu melden.
„Wir sind seit Langem an vorderster Front im Einsatz, um die Würde der Menschen zu verteidigen. Wir können sowohl von Amts wegen tätig werden als auch auf Meldung der Betroffenen hin“, erklärte die Vizepräsidentin der Behörde, Ginevra Cerrina Ferroni, laut Medienangaben vom Samstagabend.
Bereits Dutzende Anzeigen erstattet
Dutzende Anzeigen wurden bereits in Italien erstattet. Die Ermittlungsbehörden denken über strengere Maßnahmen gegenüber Servern und Internetdienstanbietern mit sexistischen und frauenfeindlichen Inhalten nach. Staatsanwaltschaften untersuchen derzeit Meldungen von Frauen, deren Bilder ohne ihr Wissen oder ihre Einwilligung veröffentlicht wurden – häufig begleitet von obszönen Kommentaren oder gar Gewaltandrohungen.
Die laufenden Ermittlungen könnten neue, schwerwiegende Umstände ans Licht bringen. Laut Experten war es auf der Webseite, auf der Fotos prominenter und nicht prominenter Frauen gesammelt wurden – darunter auch jene der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni – sogar möglich, Zugang zu „privaten Räumen“ zu erhalten, in denen Dateien mit intimen Inhalten ausgetauscht wurden.
Obwohl die Seite offiziell mit einer bulgarischen Firma verbunden ist, soll der Betreiber ein Italiener sein – was die Ermittlungen erleichtern könnte, berichteten italienische Medien. Es werde in mehrere Richtungen ermittelt. Gleichzeitig arbeitet die italienische Justiz daran, den Zugang zu Servern und Dienstanbietern einzuschränken, um zukünftige Fälle von Diebstahl von Bildern und sexistischer Verbreitung zu verhindern.
Prominente Politikerinnen betroffen
Unter den dargestellten Politikerinnen, die auf der sexistisch geprägten und teils pornografischen Plattform aufgetaucht sind, finden sich auch Oppositionschefin Elly Schlein, Tourismusministerin Daniela Santanchè und Universitätsministerin Anna Maria Bernini sowie mehrere Ex-Ministerinnen.
Dutzende Frauen, deren Fotos auf der Webseite veröffentlicht wurden, haben inzwischen Anzeige erstattet. Aufgrund des öffentlichen Drucks kündigten die Administratoren der Webseite an, dass sie diese schließen würden. Sämtliche Inhalte sollen entfernt werden.
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