So, 19. August 2018

Wende in Deutschland

18.07.2018 12:47

Musikmarkt: Streaming erstmals stärker als CD

Wende auf dem deutschen Musikmarkt: Erstmals wurde mit Streaming mehr Geld eingenommen als durch den Verkauf von CDs. Im ersten Halbjahr 2018 verbuchten Dienste wie Spotify, Apple Music oder Tidal einen Zuwachs von 35,2 Prozent auf 348 Millionen Euro Umsatz. Das Streaming kam damit auf einen Marktanteil von 47,8 Prozent.

Gleichzeitig brach der Umsatz mit CDs um 24,5 Prozent auf 250 Millionen Euro ein, wie der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch mitteilte. Ihr Anteil am Gesamtmarkt macht nur noch 34,4 Prozent aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 44,6 Prozent. Die silbernen Scheiben, die 1982 zum ersten Mal produziert wurden, bereiteten der deutschen Musikindustrie vor allem in den 80ern und Anfang der 90er-Jahre einen Milliardenerfolg.

Insgesamt setzte der deutsche Markt in den ersten sechs Monaten des Jahres 727 Millionen Euro um, das ist - im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 - ein Rückgang von zwei Prozent. Auch Downloads waren weiter rückläufig (minus 23,4 Prozent). Zudem muss die Schallplatte, die in den vergangenen Jahren einen Boom in der Nische feierte, mit Verlusten kämpfen. Der Vinyl-Umsatz ging um 13,3 Prozent zurück und die Schallplatte kommt nur noch auf einen Marktanteil von 4,4 Prozent.

CD in Österreich zuletzt vorn
Für Österreich sollen die Zahlen des ersten Halbjahres 2018 laut Verband der österreichischen Musikwirtschaft in Kürze vorliegen. Im Vorjahr hatte hierzulande jedenfalls die CD noch die Nase vorn: 2017 wurden damit 52,2 Millionen Euro umgesetzt, was einem Marktanteil von 47 Prozent entspricht. Streaming kam hingegen auf 32,6 Millionen Euro (30 Prozent Marktanteil). Der Gesamtumsatz summierte sich bei 145,4 Millionen Euro.

Die Tendenz ist aber auch am heimischen Markt eindeutig: Streaming wuchs im Vorjahr erneut kräftig und zwar um 86 Prozent, während physische Tonträger (neben CDs auch Vinyl und Musik-DVDs) um 11,6 Prozent einbrachen. Die CD alleine verzeichnete ein Minus von 12,8 Prozent.

 krone.at
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