Di, 17. Juli 2018

Die 10 besten Tipps

10.07.2018 06:00

Wie Sie Plastikrückstände im Essen verringern

Zusatzstoffe aus Plastikverpackungen können in Lebensmittel übergehen. Vor allem, wenn diese erhitzt werden. Mikroplastik findet sich aber auch direkt im Essen, z.B. in Meersalz.

Kunststoffen wird bei ihrer Herstellung einiges an Chemie beigemengt. Farb- und Konservierungsmittel sowie Weichmacher sollen die Materialeigenschaften verbessern. Sie sind aber nicht fest im Plastik gebunden, sondern können ins Lebensmittel eindringen. Das wird unter Wärmeeinwirkung noch verstärkt. Wir kennen alle den typischen Plastikgeschmack aus Wasserflaschen, wenn sie lange in der Sonne gelegen haben. „Lebensmittel sollten daher auch nicht in der Kunststoff-Verpackung oder Schale erhitzt werden. Selbst wenn die Coffee-to-go-Becher mittlerweile aus Papier sind, Keramik- oder Edelstahl-Behälter sind die bessere Wahl. Denn die Papierbecher sind innen mit einer wasserabweisenden Schicht versehen, aus der Chemikalien in den Kaffee einwandern können“, raten die Ernährungswissenschafterinnen Sabine Bisovsky und Eva Unterberger von essenzielles.at

Wissenschafter am Institut für Biologie und Chemie des Meeres der Universität Oldenburg, D,  haben Meersalze untersucht und konnten darin Mikroplastik nachweisen. Vor allem betroffen: das teure Fleur de Sel. Die in der Stichprobe gefundenen Mengen an Mikroplastik gelten zwar für Menschen als unbedenklich. Dennoch sind die langfristigen Folgen durch das Auslaugen von Zusatzstoffen noch nicht abschätzbar. Bisovsky: „Wir empfehlen daher, den Plastikkonsum nach dem Motto ‘reduce - reuse - recycle‘ im Auge zu behalten. Je weniger Kunststoff Sie verwenden, desto geringer ist auch Ihre Aufnahme von potenziell gesundheitsschädlichen Chemikalien.“

10 Expertentipps für weniger Plastik:

  1. Mehrweg statt Einweg - verzichten Sie wann immer es geht auf Kunststoffe, die nur einmal verwendet werden (Plastiksackerl, Einweggeschirr, etc.). Verwenden Sie Papiersackerl mehrfach. Kaufen Sie Mineralwasser in Pfand-Glas- anstelle Plastikflaschen. Überlegen Sie, ob Sie Frischhaltefolien, die Sie einmal zum Abdecken eines Tellers verwendet haben ein zweites oder drittes Mal verwenden können. Einweg-Duschhauben, wie sie in Hotels zur Verfügung stehen, können mehrfach als praktische Tellerabdeckung dienen
  2. Trinken Sie Leitungswasser. In den allermeisten Regionen Österreichs kommt bestes Trinkwasser aus der Leitung - ganz ohne bedenkliche Phthalate oder Bisphenol A. Wer es gern sprudelnd hat, kauft sich einmal einen Sodabereiter und spart sich zudem schweres Flaschenschleppen.
  3. Kaufen Sie Käse nicht fertig abgepackt in Scheiben, sondern als Block. Mit einem Käsemesser oder Sparschäler lassen sich wunderbar dünne Scheiben abschneiden. Außerdem trocknet der Käse nicht so rasch aus.
  4. Erhitzen Sie Speisen bzw. Fertiggerichte in der Mikrowelle nicht in der Plastikschale oder der Kunststoffvorratsdose, sondern füllen Sie sie in Glas oder Porzellan um.
  5. Verwenden Sie herkömmliches österreichisches (jodiertes) Speisesalz anstelle von Meersalz (insbesondere Fleur de Sel).
  6. Baumwolle statt Plastik - lehnen Sie Plastiksackerl beim Einkaufen kategorisch ab und nehmen Sie stattdessen ein Stofftasche, einen Einkaufskorb oder einen Rucksack.
  7. Bevorzugen Sie unverpackte, frische Lebensmittel. Legen Sie Gurken, Avocados, Spitzpaprika, Äpfel und Bananen lose in den Einkaufswagen und auf‘s Kassaband. Lassen Sie sich Schinken und Wurst frisch aufschneiden - wenn möglich in die selbst mitgebrachte Vorratsdose.
  8. Müll richtig trennen und ordnungsgemäß entsorgen - erkundigen Sie sich, welche Vorgaben es dafür in Ihrer Region gibt. Leider sind hier die Regeln unterschiedlich.
  9. Mithelfen statt wegschauen - immer wieder werden von verschiedenen Organisationen Müllsammelaktionen gestartet. Machen Sie nächstes Mal doch mit, wenn ein solcher Event in Ihrer Nähe stattfindet.
  10. Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit Kassenbons die Hände.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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