Der Behördenaufwand wird ein Vielfaches der Beutesumme ausmachen - aber Diebstahl bleibt Diebstahl: Weil ein 58-jähriger Mühlviertler in einem Supermarkt im deutschen Grenzort Wegscheid eine Semmel um 14 Cent an der Kasse vorbeigeschummelt hatte, kam es zu einem Polizeieinsatz. Der Semmeldieb wurde angezeigt.
Der Oberösterreicher hatte in dem bayrischen Grenzort in einem Supermarkt am Donnerstag mehrere Artikel ausgesucht, steckte dabei eine Semmel im Wert von 14 Cent ein. Dabei wurde er aber vom Ladendetektiv beobachtet.
Der Sicherheitsmann ließ den 58-jährigen Kunden nicht mehr aus den Augen, beobachtete ihn, bis er schließlich gegen 11 Uhr an der Kasse seine verschiedenen Waren mit Bankomatkarte bezahlte. Allerdings legte der Mühlviertler dabei die eingesteckte Backware nicht aufs Verkaufspult, sondern wollte sie - so der Ladendetektiv - an der Kasse vorbeischleusen. Er stellte den diebischen Kunden aus dem benachbarten Oberösterreich zur Rede.
Keine Ausweispapiere dabei
Und da uferte die 14-Cent-Grosteske aus: Weil der Mühlviertler keine Ausweispapiere vorweisen konnte, wurde die Polizei verständigt, eine Streife der 20 Kilometer vom Tatort entfernten Polizeidienststelle Hauzenberg rückte an. Die Beamten notierten die Angaben des verdächtigen Ladendiebes, mussten diese dann von österreichischen Kollegen überprüfen und bestätigen lassen.
Nachdem die Personalien geklärt waren, wurde der 58-jährige Mühlviertler wegen Diebstahls angezeigt. Er muss wegen 14 Cent Beute mit Post vom deutschen Gericht rechnen ...
Johann Haginger, Kronen Zeitung
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