Ganz schön knifflig

Rätselspaß hoch drei für unterwegs mit Nintendos DS

Spiele
27.11.2009 16:18
Wer denkt, dass Gaming immer nur mit Mord und Totschlag, viel Ballerei und jeder Menge Action zu tun haben muss, der irrt. Insbesondere Nintendos DS entpuppt sich immer mehr als die optimale Plattform für intelligent gemachte und spannende Rätsel-Spiele. Die bringen nicht nur die grauen Zellen in Schwung, sondern fesseln wie ein gutes Buch über Stunden vor den Bildschirm. krone.at hat drei aktuelle Denksport-Titel für den Handheld getestet.

"Scribblenauts"
Eines der erfrischendsten Spielkonzepte der jüngsten Zeit liefert Warner Bros. Interactive Entertainment mit "Scribblenauts" ab. Die Besonderheit: In den insgesamt 220 Rätseln des Spiels - Bonuslevels nicht inkludiert - bleibt es zur Gänze dem Spieler überlassen, wie er zu des Rätsels Lösung gelangt. Denn insofern es sich nicht um anstößige Begriffe oder Eigennamen handelt, können über ein virtuelles Lexikon beliebige Objekte herbeigeschrieben und ins Spiel integriert werden. Sämtliche Dinge – vom Panzer über die Ente bis zu einer Leiter, um nur ein paar zu nennen – verhalten sich physikalisch korrekt und lassen sich ihren Eigenschaften entsprechend verwenden.

Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Objekte begrenzt ist und Held Maxwell je nach Level wie beim Golfen einen gewissen Par-Wert nicht überschreiten sollte. Die Levels selbst werden nach Rätsel- und Action-Levels unterschieden: Während Maxwell in denen einen einer konkreten Situation ausgesetzt wird und diese zu lösen hat, gilt es in den anderen an das sogenannte Starite, die Spielwährung, zu gelangen. Dafür bedarf es, um es mit den Worten Spongebobs zu sagen, "einer Menge Fantasie".

Ein Beispiel: Ein Mann steht in der prallen Sonne und will erfrischt werden. Naheliegend scheint, ihm eine Limonade zu spendieren. Eine Möglichkeit wäre aber auch, einen Sonnenschirm aufzustellen, es regnen zu lassen oder für kühlenden Wind zu sorgen. Ähnlich kreativ können Spieler auch in Beispiel Nummer zwei zu Werke gehen, in dem eine Katze partout nicht mehr von Dach herunterkommen möchte. Mittels Texteingabe lassen sich eine Leiter, die Feuerwehr oder ein Hubschrauber herbeizaubern, um das Kätzchen zu bergen. Doch auch ein Kater, der der Katze den Kopf verdreht, führt zum Erfolg.

Problematisch ist allerdings oftmals die Handhabung, insbesondere wenn es Gegenstände per Drag & Drop miteinander zu kombinieren gilt oder Maxwell Fahrzeuge benutzen soll. Das gänzlich neue und innovative Spielprinzip, die bunte Comic-Grafik sowie der gewaltige Spielumfang, der sich mittels Level-Editor zusätzlich erweitern lässt, trösten über diese Schwäche jedoch hinweg.

"Professor Layton und die Schatulle der Pandora"
Rätselkost der alten Schule, dafür jedoch äußerst nett verpackt bietet Nintendo mit "Professor Layton und die Schatulle der Pandora". Ganz in der Tradition eines Sherlock Holmes stehend, kombiniert die Fortsetzung zu "Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf" abermals ein spannendes Detektivabenteuer mit anspruchsvollen Denksportaufgaben. Im Zentrum der Geschichte stehen der Professor und sein Assistent Luke, die dem mysteriösen Tod ihres Kollegen Dr. Andrew Schrader in typischer Point-and-Click-Adventure-Manier auf den Grund zu gehen versuchen.

Im Spielverlauf wird das Duo in über 150 Rätsel der Sorte "Herr Hinz im grünen Pullover sitzt neben Frau Kunz, die 30 Zentimeter kleiner ist. Wie heißt ihr Hund?", Puzzles und andere Knobelaufgaben verwickelt, für deren Lösung es abhängig von der Anzahl der Lösungsversuche mehr oder weniger viele Punkte gibt, mit denen sich wiederum zusätzliche Knobelaufgaben freischalten lassen. Weitere Rätsel können über das Internet auf den DS heruntergeladen werden.

Sollte man einmal vollends auf der Leitung stehen, helfen im Spiel versteckte Hinweismünzen, bei besonders schweren Nüssen der Lösung näher zu kommen. Hilft dies auch nicht, lassen sich Rätsel notfalls überspringen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Angriff nehmen. So kann das Spiel ohne großen Frust fortgesetzt werden.

Was den Titel nun neben den durchwegs anspruchsvollen Rätseln besonders auszeichnet, ist die gelungene Präsentation: Zahlreiche liebevoll inszenierte und mit Sprachausgabe versehene Zwischensequenzen im Anime-Stil treiben die spannende Geschichte voran, in der die beiden Hobby-Detektive mit einer Reihe charmant-skurriler Charaktere konfrontiert werden. Die Steuerung mittels Stylus erweist sich dabei als wie geschaffen für den DS und ist praktisch selbsterklärend, was einen schnellen und reibungslosen Einstieg ermöglicht.

"Crazy Machines 2"
Nicht ganz so einfach gestaltet sich der Start in dtps "Crazy Machines 2". Zum einen, weil die Bedienung etwas "fitzeliger" ist, zum anderen, weil ein gewisses physikalisches Grundverständnis vonnöten ist, um die über 170 Experimente zu lösen. Die Fortsetzung des als "Bestes Mobiles Spiel" mit dem deutschen Entwicklerpreis ausgezeichneten Knobelgames dürfte demnach vorwiegend für alte (Rätsel-)Knacker geeignet sein.

Gemeinsam mit dem verrückten Professor geht es diesmal auf eine Tüftel-Rallye um die Welt, bei der es erneut mit Hilfe ausgesuchter Gegenstände die aberwitzigsten Kettenreaktionen auszulösen gilt. So müssen etwa ein Fußball, ein Blasebalg, ein Luftballon, eine Schere sowie einige Holzbalken miteinander kombiniert werden, um eine Feuerwerksrakete zu starten. Sämtliche Gegenstände werden zu diesem Zweck per Drag & Drop in den Levels platziert, die genaue Ausrichtung erfolgt über ein etwas klein geratenes Menü und erlaubt meist nur wenig Spielraum.

Je weniger Versuche benötigt werden und je schneller man das Rätsel löst, umso mehr Punkte wandern auf das eigene Konto. Hier und da winken zudem Belohnungen wie neue Objekte und Baumaterial, die beim Erstellen neuer "Crazy Machines" im spieleigenen Editor zum Einsatz kommen. Im Zentrum des Spiels stehen jedoch der Rätsel- und der Action-Modus, wobei in Letzterem unter Einsatz von Stylus und ordentlich Puste aktiv in das laufende Experiment eingegriffen wird. Es kann also durchaus vorkommen, dass man seinen DS anpusten muss, damit ein Ball ins Rollen gerät. Sind beide Modi gemeistert, warten im Bonus-Labor weitere Herausforderung.

Fazit: So unterschiedlich "Scribblenauts", "Professor Layton und die Schatulle der Pandora" und "Crazy Machines 2" auch sein mögen, eines haben sie doch gemein: Sie bringen das Gehirnschmalz mächtig zum Rauchen - und das über Tage, wenn nicht sogar Wochen hinweg. "Scribblenauts" (8/10) punktet trotz einiger Schwächen in der Handhabung vor allem durch sein innovatives Spielkonzept und dürfte aufgrund des Comic-Stils und einiger Plattform-Elemente auch bei jüngeren Gamern Anklang finden. "Professor Layton und die Schatulle der Pandora" (8/10) ist das anspruchsvollste und zugleich am aufwändigsten gestaltete Spiel in der Runde und spricht vor allem Freunde klassischer Rätselkost an. Dank der Hinweismünzen und der Möglichkeit, Rätsel zu überspringen, eignet sich das Nintendo-Spiel auch für die jüngere Zielgruppe. Spieler älteren Jahrgangs mit einer Liebe zur Physik sollten hingegen einen Blick auf "Crazy Machines 2" (7/10) werfen. Auch wenn das Konzept nicht mehr ganz so neu ist: Die Rätsel haben es in sich und bieten ausreichend Gelegenheit, sich die Zähne daran auszubeißen.

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