1,5% mehr Lohn

Handel schließt erstmals über den Metallern ab

Österreich
28.11.2009 09:36
Nach der sechsten und letzten regulären Runde haben sich die Sozialpartner am Freitagabend über die kollektivvertraglichen Mindestgehälter für die rund 520.000 Beschäftigten im Handel geeinigt. Ab 1. Jänner 2010 bekommen die Handelsangestellten demnach um 1,5 Prozent mehr Gehalt, jedoch mindestens 22 Euro pro Monat. In den unteren Einkommensbereichen bedeutet dies laut Gewerkschaft eine Erhöhung um 1,7 bis 1,8 Prozent.

Damit hat der Handel erstmals eine Lohnerhöhung erzielt, die etwas über den Metallern liegt. Wie berichtet haben sich die Metaller in besonders schwierigen Verhandlungen auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 1,45 Prozent und der Mindestlöhne um 1,5 Prozent geeinigt.

Gewerkschaft und Arbeitgeber zufrieden
Beide Verhandlungsseiten zeigten sich nach der Einigung auf die kollektivvertraglichen Mindestgehälter für die Handelsangestellten zufrieden. Manfred Wolf von der GPA-djp sprach von einem "gerade noch vertretbaren Ergebnis, das der Erwartungshaltung Rechnung trägt". Mit der Anhebung der Gehälter um mindestens 22 Euro pro Monat habe man etwas erreicht, was in anderen Bereichen nicht möglich gewesen sei. Damit sei besonderes den niedrigen Einkommensbereichen im Handel geholfen.

Auch Arbeitgeber-Verhandler Fritz Aichinger zeigte sich zufrieden über das "faire Ergebnis". Die Verhandlungen seien schwierig gewesen und hätten lange gedauert, unter anderem deshalb, weil die Gewerkschaft lange gebraucht habe, die Realität anzuerkennen. Nicht nur die Inflation liege unter 1 Prozent, auch die Umsätze der Handelsunternehmen seien in den ersten zehn Monaten 2009 um 1,3 Prozent real im Minus gewesen, sagte Aichinger. Man habe aber das Ziel erreicht, den niedrigeren Gehaltsbeziehern stärker unter die Arme zu greifen.

Handelsverband über Kritik
Kritik am Ergebnis der Kollektivvertragsverhandlungen im Handel übte der Handelsverband. Gewerkschaft und Wirtschaftskammer würden offenbar die Lage verkennen. Dieser Abschluss liege über dem mühsam mit staatlichen Stützungsprogrammen angekurbelten Wachstum der Wirtschaft von unter einem Prozent, meinte Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes in einer Aussendung.

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