Nach Prozess-Debakel

Sparkasse Imst in Krise: "Wir berufen gegen das Urteil!"

Tirol
27.11.2009 11:50
Die Sparkasse Imst steckt in der Krise! Durch ein vernichtendes Gerichtsurteil ist die Bank mit der Rückzahlung verzockter Spareinlagen sowie mit möglicher Strafverfahren wegen Falschaussage, Absprache und möglicherweise Nötigung konfrontiert. Der Aufsichtsrat beschloss nach einer Krisensitzung in Berufung zu gehen.

Fünf Stunden lang "kopften" die Imster Finanzchefs am Donnerstag über die Vorgehensweise in der "Causa Nigg". Ein erstgerichtliches Urteil verdonnerte das regionale Geldinstitut zur Zahlung von 585.000 Euro an die Ex-Sparkassen-Kunden Franz und Gottlieb Nigg. Dazu kommt, dass die Staatsanwaltschaft gegen Aufsichtsratschef Klaus Gstrein, Ex-Vorstandsboss Josef Lipp sowie zwei Sparkassenmitarbeiter wegen Verdachts der Absprache und der Falschaussage ermittelt. Durch die Feststellungen von Richterin Claudia Zimmermann-Ganahl könnte sogar Nötigung hinzu kommen!

Vorgeschichte: Die Brüder Nigg veranlagten 1999 rund 700.000 Euro bei der Sparkasse Imst. Risikofrei sollten nach fünf Jahren etwa fünf Prozent Zinsen herausschauen! Dann der Schock: Die Bank hatte nachweislich rund 600.000 Euro der Brüder an den Weltbörsen verzockt.

Die komplette Vorgeschichte findest du in der Infobox!

Statt den treuen Kunden das verspielte Geld zu retournieren, ging die Bank davon aus, dass die Niggs die schriftliche Grundvereinbarung bezüglich der Veranlagung gefälscht hatten. Beweise legte man nicht vor.

Gstrein soll einem der Brüder damit gedroht haben, es werde Millionen-Strafen "hageln", wenn er nicht sofort eine Verzichtserklärung unterzeichne.

Vorstandschef: "Ich hätte das Geld zurückgezahlt"
"Wäre ich damals verantwortlich gewesen, hätte ich das verlorene Geld zurückgezahlt", gab Vorstandschef Helmuth Pulai (im Bild rechts) zu. Er setzt nun auf die Berufung: "Die Richterin hat unsere Beweismittel zu wenig gewürdigt! Außerdem glaube ich nicht, dass meine Mitarbeiter die Unwahrheit gesagt haben." Personelle Konsequenzen gibt es nicht.

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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