Atomprogramm

ElBaradei sieht Gespräche mit Iran an "totem Punkt"

Ausland
26.11.2009 12:58
Der Generaldirektor der internationalen Atomenergieorganisation IAEO, Mohamed ElBaradei, hat am Donnerstag in Wien erklärt, dass die Atomgespräche mit dem Iran einen "toten Punkt" erreicht hätten. Teheran habe immer noch nicht glaubhaft machen können, dass sein Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

Der IAEO-Chef verwies darauf, dass es mittlerweile über ein Jahr zurückliege, dass Teheran diesbezügliche Informationen mit der IAEO ausgetauscht habe. In Bezug auf die Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Qom sagte ElBaradei, dass sich die Anlage in einem "fortgeschrittenen Konstruktionsstadium" befinde und der Iran sie 2011 in Betrieb nehmen wolle.

Laut dem Generaldirektor verfüge die Anlage über ungefähr 3.000 Zentrifugen zur Uran-Anreicherung. Dass Teheran die IAEO nicht früher über die Existenz der Anlage informiert habe, hat nach den Worten ElBaradeis gegen die getroffenen Sicherheitsbestimmungen verstoßen. Außerdem reduziere diese Vorgehensweise des Iran das Vertrauen der IAEO, dass Teheran nicht an weiteren Atomanlagen baue.

ElBaradei: "Ich bin enttäuscht"
ElBaradei sagte, "ich bin enttäuscht", dass der Iran dem Vorschlag, sein Uran im Ausland anreichern zu lassen, nicht zugestimmt hat. Die Möglichkeit, sich in diesem Bereich zu einigen, sollte ergriffen werden und es wäre sehr bedauerlich, wenn sie nicht genutzt werde.

Auch betreffend Syrien sagte ElBaradei, dass "kein Fortschritt" erzielt worden sei, die offenen Atomfragen mit dem Land zu klären. Es habe bis dato nicht festgestellt werden können, dass es sich - wie Syrien angegeben hatte - bei der zerstörten Anlage in Dair Alzour um keine Nuklearanlage gehandelt habe.

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