"Spore Helden" entführt den Spieler auf einen fremden Planeten, dessen Idylle durch einen Meteoriteneinschlag jäh gestört wird. Seltsame rote Kristalle verwandeln einige der einst so friedlichen Lebewesen in bösartige Kreaturen, die Angst und Schrecken verbreiten. Glücklicherweise landet mit einem der Gesteinsbrocken jedoch auch ein Held auf dem Planeten, um die unbedarften Einwohner vor den Monstern zu beschützen.
Bei der ersten Erkundungstour als frisch aus dem Ei geschlüpfter Held durch die quietschbunte Welt, die allen Farbempfindlichen sofort die Augen tränen lassen dürfte, wird man mit der einfachen Steuerung vertraut gemacht. Entdeckt man einen der verstreuten bösen Kristalle, sorgt ein beherzter Hieb dafür, dass er in seine Einzelteile zerfällt, während gutartige blaue Splitter als Währung dienen. Diese kann dazu verwendet, den eigenen Charakter nach Belieben zu verändern.
Sollen zwei Beinen durch eine Klaue und das Fischmaul durch ein Gebiss mit rasierklingenartigen Reißzähnen getauscht werden? Kein Problem! Die einzelnen Körperteile sind in einem baukastenartigen System abgelegt. Hat man sich für ein Teil entschieden, muss dieses nur mehr auf der eigenen Figur platziert werden. Im Lauf des Spiels kommen fortlaufend neue Augen, Mäuler, Hörner oder Beine hinzu.
Nur herum zu laufen und Kristalle zu sammeln, ist allerdings nicht abendfüllend. Daher haben die Bewohner kleine Aufträge, die es zu erfüllen gilt. Neben friedlichen Missionen muss hie und da auch handfest vorgegangen werden. Das Kampfsystem entpuppt sich dabei als genauso simpel wie die Aufträge: Einmal ausprobiert, hat man die Steuerungsmöglichkeiten sofort intus.
Doch auch humorige Aufträge haben ihren Weg ins Spiel gefunden. So trifft man zum Beispiel auf ein Monster, das alles andere als furchterregend aussieht. Dessen Freundin ist von diesem Umstand überhaupt nicht begeistert, da sie eigentlich nur auf die ganz harten und Angst einflößenden Zeitgenossen steht.
Bevor sie dem Helden dieses bisher wohl gehütete Geheimnis jedoch anvertraut, muss dieser zu einem Tanzduell antreten. Dazu sind mit den Wii-Controllern im Takt der Musik verschiedene Bewegungen durchzuführen. Sobald der Sieg davon getragen und ihr Freund zu einem wahrhaft grausigen Biest umgestaltet wurde, ist der Auftrag erfüllt und beide wieder ein Herz und eine Seele.
Gefahr, einmal nicht mehr weiter zu wissen, läuft man eigentlich nie. Die größte Hürde im Spiel stellt dann auch nicht der Schwierigkeitsgrad, sondern die teils ungenaue Steuerung dar. Die kunterbunte Grafik, die putzigen Lebewesen und nicht zuletzt die recht witzigen Dialoge sorgen hingegen wieder für eine freundlichere Miene.
Fazit: Mit dem ursprünglichen "Spore" hat die Wii-Fassung kaum etwas gemein, weshalb sich "Spore"-Fans der ersten Stunde eher mit Grausen abwenden werden. "Spore Helden" bietet dennoch kurzweilige Unterhaltung in einer farbenfrohen Welt, die zum Entdecken einlädt. Die Schwächen der Steuerung trüben zwar etwas die Spielfreude, den zwischenzeitlich liebgewonnen kleinen Helden will man dann aber doch lieber nicht seinem Schicksal überlassen.
Plattform: Wii, DS
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 8/10
von Harald Kaplan












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