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25.06.2018 10:19

„Pokémon Let‘s Go“: Die ultimative Monsterjagd?

Es war einer der Stars am Nintendo-Stand auf der E3 und kommt Mitte November auf den Markt: „Pokémon Let’s Go“ in seinen beiden Spielarten mit Pikachu oder Evoli als Begleiter. Es ist nicht nur das erste große „Pokémon“-Abenteuer für die Nintendo Switch, sondern auch der Versuch, die zwei Welten des Smartphone-Spiels „Pokémon Go“ und der RPG-Klassiker zu verschmelzen. Wir hatten bei Nintendo in Frankfurt Gelegenheit, einen ersten Blick auf die Monsterjagd zu werfen.

„Pokémon Gelb“-Veteranen dürften sich im ersten Serienableger für die Switch sofort wohlfühlen, immerhin haben sie nicht nur wie damals einen knuffigen Begleiter - je nach Edition Pikachu oder Evoli - an ihrer Seite, sondern erforschen auch dieselbe Spielregion wie damals - inklusive populärer Figuren wie Arenaleiter Rocko mit seinem mächtigen Onyx.

Vertraute Spielwelt in neuer Grafikpracht
Die Grafikpracht ist heute natürlich eine andere als damals. Statt monochromer Pixeloptik führt „Pokémon Let’s Go“ die Spieler durch farbenfrohe und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Länder. Weil das Spiel weiterhin aus der isometrischen Perspektive gespielt wird, fühlt man sich dennoch schnell heimisch.

Vielleicht sogar heimischer als früher: Sich im Wind wiegendes Gras, durch die Baumkronen schimmernde Sonnenstrahlen und im hohen Gras herumhuschende und sehr detailliert gestaltete Pokémon bilden eine hübsche Kulisse, die dem Spiel mehr Atmosphäre verleiht als die Pixelgrafik von einst.

In Kämpfen profitiert das Spiel ebenfalls von den Möglichkeiten moderner Hardware. Im Kampf mit anderen Pokémon setzt man zwar nach wie vor auf das alte Erfolgsrezept rundenbasierter Kämpfe, die mit verschiedenen Fähigkeiten ausgetragen werden und nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip funktionieren. Die Inszenierung ist aber natürlich auch hier eine andere, erinnert ein wenig an Titel wie „Pokémon Stadium“ auf dem N64.

Die Taschenmonster werden als hübsche 3D-Modelle dargestellt, die sich gegenseitig mit allerlei effektreich dargestellten Attacken beharken und dabei passende Animationen durchlaufen. Dass sich die Kontrahenten in den Kämpfen nicht berühren, ist angesichts der Größenunterschiede zwischen einem katzengroßen Evoli und einem haushohen Onyx verständlich.

Trainer müssen Pokémon jetzt selber fangen
Anders als früher funktioniert das Einfangen der Pokémon: Musste man wilde Pokémon - diesmal gibt es sie in verschiedenen Größen, die später einen Einfluss auf das Spiel haben sollen - einst zuerst durch Kämpfe mit den eigenen Monstern schwächen, bevor man sie fangen konnte, trägt Nintendo heute dem populären Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ Rechnung. Das heißt, dass der Spieler selbst für das Einfangen seiner Monster zuständig ist: mit Futter besänftigen, womöglich einen besonders hochwertigen Pokéball zücken - und Richtung Fernsehapparat werfen, wo sich das wilde Pokémon tummelt, das man fangen will.

Gelungene Steuerung - komfortabel per Pokéball
Die Bewegungssteuerung funktioniert recht gut. Nintendo hat für „Pokémon Let’s Go“ sogar einen Pokéball-Controller angekündigt, der mit Analog-Stick, Aktionsknöpfen und Bewegungssensor zur Gänze die regulären Controller ersetzen kann. Nach kurzer Eingewöhnung bietet er eine komfortable Steuerungsmöglichkeit, lässt den Spieler - auf der Couch lungernd - das Spiel einhändig genießen. Dass er unterwegs mit Vibrations-, Sound- und Lichteffekten die Illusion erzeugt, man trage tatsächlich ein Pokémon mit sich herum, und obendrein auch noch als Plus-Monstersensor für „Pokémon Go“ dient, wird Pokémon-Fans auch gut gefallen.

Optisch nah an der Anime-Serie
Gut gefallen hat uns wie bereits angedeutet die optische Inszenierung des neuen „Pokémon“. Stilistisch bewegt man sich nah an der erfolgreichen Anime-Serie, die seit Ende der Neunziger Fans des Spiels auch am Fernseher unterhält. Trainer und Monster im Spiel wirken, als kämen sie direkt aus der TV-Serie, die hübsch gestalteten Umgebungen seien ebenfalls positiv hervorgehoben.

Ein besonders nettes Feature, das wir uns schon vor Jahrzehnten gewünscht hätten: Man darf seine Pokémon endlich außerhalb von Kämpfen aus dem Pokéball nehmen und sie - zusätzlich zum auf Kopf oder Schulter des Trainers sitzenden Pikachu oder Evoli - mit sich spazieren führen. Das verspricht insbesondere in Kombination mit größeren Exemplaren wie Onyx oder Garados, unterhaltsam werden.

Fazit: „Pokémon Let’s Go“ könnte der Spagat gelingen, Pokémon-Fans der ersten Stunde ein großes neues Abenteuer in zeitgemäßer Optik zugänglich zu machen und das alte Spielprinzip auch der „Pokémon Go“-Generation nahe zu bringen, die Nintendos Taschenmonster womöglich erst am Smartphone kennengelernt und noch keine Erfahrung mit den früheren Games gesammelt hat. Wie gut „Pokémon Let’s Go“ wird, zeigt sich zwar erst im Herbst. Nach unserem Erstkontakt sind wir aber guter Dinge, dass Nintendo liefert, was die Fans sich wünschen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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