585.000 ¿ verzockt

Brüderpaar gewinnt Prozess gegen die Sparkasse Imst

Tirol
24.11.2009 18:42
Ein Tiroler Brüderpaar legte 1999 ganze 700.000 Euro bei der Sparkasse Imst an. Mit konservativen Mitteln wollten sie Zinsen ernten. Nach 5 Jahren der Schock: Von dem Erbe waren nur noch 100.000 Euro übrig. Die Sparkasse hat alles verzockt. Das Gericht verdonnerte die Bank nun - nicht rechtskräftig - zur Zahlung von 585.000 Euro.

Es ist eine Kriminalgeschichte, die sich da in Imst abspielte: Die Brüder Franz und Gottlieb N. erbten 1999 satte 700.000 Euro. Da das Geld nicht sofort gebraucht wurde, wollte das Brüderpaar sparen. Doch wie sich herausstellte, war die Sparkasse Imst, die laut Eigenwerbung das Sparen erfunden haben will, die schlechteste Wahl.

Die Vorgeschichte zu diesem Fall findest du in der Infobox!

Nach fünf Jahren war ein großes Loch am Konto. Nur noch 100.000 Euro waren von der Erbschaft übrig geblieben. Den Rest verzockten die "Gangster im Nadelstreif" an den Weltbörsen!

Bank drängte Brüder zu Verzicht
Doch die Bank sah die Schuld nicht bei sich. Im Gegenteil: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Sparkasse Imst, Klaus Gstrein, beschuldigte die Brüder, die Vereinbarung von 1999 gefälscht zu haben. Gstrein drängte einen der Brüder unter massiven Drohungen, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben, um aus der Haftung zu kommen. Eine Vorgehensweise, die Richterin Claudia Zimmermann-Ganahl anprangerte und die auch strafrechtliche Konsequenzen haben könnte.

Wollten Banker Verfahren beeinflussen?
Zudem war kein einziger Banker vor Gericht glaubwürdig. Die Richterin hielt fest, dass sich die Herren abgesprochen haben, um das Verfahren zu beeinflussen. Die Sparkasse Imst muss 585.000 Euro an die Brüder zahlen. Nicht rechtskräftig.

Von der Bank gab es am Dienstag keine Stellungnahme. Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat. Ob da noch Köpfe rollen?

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone
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