Di, 25. September 2018

Strugl vor der Tür:

11.06.2018 12:05

Verbund bald ganz in oberösterreichischer Hand?

Die Gerüchte, dass Oberösterreichs LH-Vize Michael Strugl (ÖVP) in den Vorstand des zu 51 Prozent staatlichen Verbundkonzerns wechseln könnte, verdichten sich - zumindest scheinen Strugl, sein LH Thomas Stelzer und Verbund-Aufsichtsratschef Gerhard Roiss intensiv darüber nachzudenken. Mit Strugl in einem künftig möglicherweise auf zwei Mann reduzierten Vorstand wäre der Verbund dann ganz in oberösterreichischer Hand - und in „schwarzer“ Hand sowieso. Ob das den Freiheitlichen gefallen kann? Und ob es wirklich in die „neue Zeit“ von Sebastian Kurz und Thomas Stelzer passt, einen regionalen Berufspolitiker in die Spitze eines Energiekonzerns zu hieven? Diese Frage soll sich in der Energiewirtschaft schon mancher stellen, wird in Wien kolportiert. Allerdings kann man Strugl als Energiereferent in der Landesregierung und als Aufsichtsratschef der Energie AG entsprechende Kompetenz wohl nicht absprechen.

Ist ÖVP-Landesvize Michael Strugl bald „Dahoam in Wean“, wie das Motto des Vereins der Oberösterreicher in Wien lautet? Bei dessen Ball am Samstag war Strugl nicht, vielleicht ist er ja schon mit seiner Vertragsgestaltung als neuer Vorstand im zu 51 Prozent staatseigenen Energiekonzern Verbundkonzern beschäftigt gewesen. Von ihm oder von anderen auch auf nachdrückliches Nachfragen weder bestätigt noch dementiert, heißt es ja derzeit, ÖVP-Regionalpolitiker Strugl habe Chancen auf den mindestens vierfach so gut bezahlten Job mit weniger Terminstress.

Eine Million Euro Jahresbrutto
Schafft es Strugl - als Nachfolger des ebenfalls schwarzen Finanzvorstands Peter F. Kollmann  in einen von vier auf zwei Chefs reduzierten Vorstand an die Seite des Vorsitzenden Wolfgang Anzengruber, dann wäre das auch börsenotierte Staatsunternehmen komplett in oberösterreichischer Hand, denn Anzengruber ist aus Steyr. Allerdings, und das dürfte auch ein Hintergrund für das beredte Schweigen bei Strugl und seinem LH Thomas Stelzer sein, wäre ein halbierter Verbund-Vorstand dann ganz in ÖVP-Hand. Die FPÖ, Regierungspartner in Wien und Linz, ginge leer aus. Kollmann verdienste 2017 übrigens ein Eitzerl mehr als eine Million Euro brutto; Strugl kommt als LH-Vize auf vergleichsweise bescheidene 227.000 Euro Jahresbrutto.

Strugl ist ein Wahlkampf-Profi
Strugl, so ambitioniert er auch sein mag, ist, wie gesagt, ÖVP-Regionalpolitiker - entsprechend hämisch fallen viele Kommentare in Online-Foren aus. 2819 Mitarbeiter und knapp drei Milliarden Euro Umsatz schreien eigentlich nach einem Managemant-Profi. Strugl ist eher Wahlkampf-Profi. Heute, Montag, berät der Personalausschuss des Verbund-Aufsichtsrates, der selbst übermorgen, Mittwoch (13. Juni), entscheidet.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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