Neue Liefermengen
Russland und die Ukraine einigen sich im Gas-Streit
Putin und Timoschenko handelten den Kompromiss am Rande eines Treffens der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Jalta auf der ukrainischen Halbinsel Krim aus. Putin sagte nach dem Treffen, Russland habe "auf die Wünsche Timoschenkos eingehen und die Verträge ändern können". Putins Angaben zufolge einigten sich die Energieriesen beider Länder, Gazprom und Naftogaz, auf neue Liefermengen.
Naftogaz war für das kommende Jahr nach eigenen Angaben bisher vertraglich zum Kauf 52 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland verpflichtet. Schätzungen zufolge benötigt die Ukraine aber nur etwa die Hälfte davon. Ohne neuen Vertrag wären auf das Land daher hohe Vertragsstrafen zugekommen. Timoschenko sagte, ihr Land "schätze" das Entgegenkommen Moskaus. Der neue Vertrag muss den Angaben zufolge allerdings noch aufgesetzt und unterzeichnet werden.
Europäische Käufer müssen künftig mehr zahlen
Teurer wird Gas im kommenden Jahr voraussichtlich für die europäischen Käufer russischen Erdgases. Putin sagte, die Transitgebühren für Gas, das über die Ukraine gen Westen fließt, stiegen 2010 um 60 Prozent. Die Staaten der Europäischen Union beziehen ein Viertel ihres Gases aus Russland, 80 Prozent davon fließt durch ukrainische Pipelines.
Putin hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass Russland die Gaslieferungen in die Ukraine erneut stoppen könnte, falls die Rechnungen nicht bezahlt würden (siehe Story in der Infobox). Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für russische Gaslieferungen an EU-Länder. Im vergangenen Winter hatte Moskau Kiew im Streit über unbezahlte Rechnungen den Gashahn zugedreht. Der Lieferstopp führte auch in der EU zu Versorgungsengpässen. Ein Viertel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland, 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert.







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